Komikerin Gaby Köster: Politiker sollten mal als Pfleger arbeiten
Vor 18 Jahren erlitt die Künstlerin Gaby Köster einen Schlaganfall, der ihr Leben komplett veränderte. Einschränkungen hat sie noch immer. Kraft gibt ihr eine ganz eigene Spiritualität.
München (KNA) Gaby Köster (61), Schauspielerin und Komikerin, wünscht sich, dass deutsche Politiker für einen Tag auf die Pflege- und Intensivstation gehen. "Dann würden sie sehen, was das für ein Knochenjob ist im Drei-Schichten-System und wer letztendlich darunter leidet", sagte die Kölnerin der Illustrierten "Bunte". Sehr wahrscheinlich würden sie dann andere Gesetze machen.
Mit Blick auf politische Forderung, weniger Migranten in Deutschland zu haben, sagte Köster: "An alle AfDler: 80 Prozent der pflegenden Menschen sind Ausländer - freut euch schon mal drauf." Die Karriere der aus Sendungen wie "7 Tage, 7 Köpfe" oder der Serie "Ritas Welt" bekannte Künstlerin endete vor 18 Jahren abrupt aufgrund eines schweren Schlaganfalls. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Buch "Ein Schnupfen hätte auch gereicht" niedergeschrieben, das auch verfilmt wurde.
Gemessen daran, dass die Ärzte damals keinen Pfifferling mehr auf ihr Überleben gegeben hätten, gehe es ihr inzwischen doch ganz gut, sagte Köster. "Blöd ist nur, dass mein linker Arm nicht mehr richtig mitspielen möchte und das Gehen noch immer sehr mühsam ist." Sie räumte ein, manchmal durchaus gedacht zu haben, es wäre besser gewesen, nicht mehr erwacht zu sein. "Aber meine Antwort war, dass ich noch etwas erleben will und erledigen muss. Sonst wäre ich jetzt da oben, wo mein Vater seit 46 Jahren ist."
Als sie im Koma gelegen sei, habe sie eine Begegnung mit ihrem Vater gehabt, erzählte Köster. Er sei auf einer grünen, saftigen Wiese gestanden. "Somit ist ausgeschlossen, dass er wiedergeboren wurde - sonst hätte ich ihn ja im Himmel nicht treffen können." Die Komikerin betonte, "nicht an den Mann mit dem langen Bart, der auf einer Wolke sitzt und alles bestimmt und regelt" zu glauben. Sie habe ihre eigene Religion und sei auf ihre sehr eigene Art spirituell. "Mir gibt es Stärke. Den Großteil meiner Heilung verdanke ich der Kraft der Spiritualität."
