Berater: Verschuldete Menschen brauchen Zugang zu Bankkonto
Auch Menschen mit Schulden sollen ihr Existenzminimum sichern können. Dazu gibt es eigentlich ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto. Doch in der Praxis funktioniere das oft nicht gut genug, warnen Experten.
Berlin (KNA) Menschen mit Schulden brauchen aus Sicht von Schuldnerberatern einen zuverlässigeren Zugang zu einem Bankkonto. Zwar gebe es bereits einen gesetzlichen Anspruch auf ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto, auch P-Konto genannt, doch würden Banken ihrer Verpflichtung oft nicht oder nur unzulänglich nachkommen. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände am Montag anlässlich einer eigenen Aktionswoche zum Thema hin.
Das P-Konto soll das Existenzminimum verschuldeter Menschen absichern, also etwa Mietzahlungen sowie Ausgaben für Lebensmittel, Energie und Medikamente. In der Praxis greife dieser Schutz aber oft zu spät und nicht zuverlässig, so die Arbeitsgemeinschaft. Das habe fatale Folgen, da Betroffene dadurch praktisch kein Geld mehr zum Leben hätten. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft sind rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland überschuldet. Monat für Monat würden in rund 300.000 bis 350.000 Fällen Konten gepfändet.
Die Schuldnerberater fordern daher, dass Verstöße der Banken gegen geltendes Recht nicht länger folgenlos bleiben dürften. Banken sollten klare Regeln bekommen, damit das P-Konto als Sicherheitsnetz zuverlässig funktioniere. Unter anderem müssten die Geldinstitute ohne größere Hürden erreichbar und ihre Mitarbeitenden geschult sein.
"Viele Menschen stehen vor der absurden Situation, dass ihr Existenzminimum zwar gesetzlich geschützt ist, sie aber trotzdem nicht darauf zugreifen können", sagte Roman Schlag, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft. Dem Zusammenschluss gehören die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung mit insgesamt rund 1.400 Beratungsstellen an.
