Menschenrechtler kritisieren USA für Einreiseverbote vor Fußball-WM
Kampf gegen Einzelne statt gegen den politischen Islam - so lautet der Vorwurf von Menschenrechtlern an die USA. Dass nicht alle Sportler und Schiedsrichter zur Fußball-WM einreisen dürfen, kritisieren sie scharf.
Göttingen (KNA) Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die USA für Einreiseverbote für Sportler und Schiedsrichter zur Fußball-Weltmeisterschaft. Die Regierung von Präsident Donald Trump sei heuchlerisch und rassistisch, erklärte die Gesellschaft am Mittwoch in Göttingen. Zuletzt wurde dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan trotz vollständiger Papiere die Einreise verweigert. Die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA beginnt am Donnerstag und dauert bis zum 19. Juli.
"Während die USA enge Verbündete wie Katar und die Türkei unterstützen, die für die Bewaffnung und Finanzierung radikaler Islamisten verantwortlich sind, werden einzelne Muslime diskriminiert und benachteiligt", sagte der Nahostreferent der GfbV, Kamal Sido.
Die Heuchelei zeige sich am Umgang der USA mit dem syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa, der früher hochrangiger Dschihadist war. Die USA hätten ihn aus geopolitischen Interessen von der Terrorliste gestrichen. In Somalia unterstütze derweil die türkische Regierung islamistische Milizen. Dafür werde Präsident Recep Tayyip Erdogan von den USA und anderen Nato-Staaten nicht verurteilt, kritisierte Sido.
"Muslime werden insgesamt benachteiligt und diskriminiert, während der politische Islam und gewaltbereite Islamisten von den gleichen Politikern und Regierungen als Partner betrachtet werden", so der Menschenrechtsaktivist. Ginge es wirklich um Sicherheitsinteressen, würde der Kampf dem radikalen politischen Islam gelten und nicht einzelnen Muslimen, die selbst Opfer der Regime und Milizen seien, erklärte Sido.
