Psychiater Lütz: Trump und Putin sind weder verrückt noch krank
Ist Donald Trump verrückt? Der Psychiater Manfred Lütz lehnt es ab, Trump oder Putin vorschnell als krank zu bezeichnen. Wie er die beiden Politiker stattdessen beurteilt.
München (KNA) Jemanden wie US-Präsident Donald Trump als verrückt zu bezeichnen, ist zu kurz gedacht: Dieser Ansicht ist der Psychiater Manfred Lütz (72). "Wenn er eine psychische Störung hätte, könnte man ihn behandeln. Danach ginge es ihm und anderen besser", sagte Lütz der "Süddeutschen Zeitung". Trump sei selbst für sein Handeln verantwortlich, auch wenn er viele Einstellungen von seinem Vater habe: "Ihn als irren Clown mit orangen Haaren darzustellen, verharmlost ihn." Trump handle vielmehr "vollkommen amoralisch".
Solche Menschen habe es schon immer gegeben, räumte Lütz ein. "Das Erschütternde ist, die Hälfte einer bisher für demokratisch gehaltenen Nation wählte einen solchen Menschen zu ihrem Präsidenten. Darüber müsste man mehr reden als über irgendwelche psychischen Macken von Donald J."
Auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin als krank zu titulieren, sei falsch, selbst dann, wenn es um dessen körperliche Verfassung gehe. Derartige Gerüchte brächten Klicks und es habe sie schon immer gegeben. "Aber dass Putin physisch ziemlich fit ist, ist tagtäglich offensichtlich. Ich glaube, Putin ist - ganz anders als Trump - ein sehr rational vorgehender und ideologisch geprägter Mann."
Schon bei Hitler hätten manche gehofft, dass er Krebs habe und der Weltkrieg daher vielleicht schneller vorbei sei. Aber auch dieser sei kein psychiatrischer Fall gewesen. "Hitler war nicht psychisch krank. Er war ein Verbrecher, der sein Einfühlungsvermögen in die Massen missbrauchte. Er trägt die volle Verantwortung für sein Tun."
