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Meldung

Misereor sieht Klimapolitik im Aufwind - Verhandlungen in Bonn

Am Montag beginnen in Bonn die Zwischenverhandlungen für die nächste Weltklimakonferenz. Die Bedingungen für Fortschritte beim Klimaschutz scheinen günstig - auch wenn die Herausforderungen groß bleiben.

Der Einsatz für eine klimaschonendere Wirtschaft hat nach Ansicht der Hilfsorganisation Misereor neuen Aufwind erhalten. Zwar hätten die Preisschocks für Energie infolge des Irankriegs teilweise dramatische Auswirkungen, sagte Misereor-Klima-Expertin Madeleine-Alisa Wörner am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Der Energiewende geben sie aber neuen Antrieb."

Am Montag beginnen in Bonn die zweiwöchigen Zwischenverhandlungen für die nächste Weltklimakonferenz. Diese findet vom 9. bis 20. November in der Türkei statt. Ende April hatten sich Staaten, die auf mehr Tempo beim Ausstieg aus der besonders klimaschädlichen fossilen Energie drängen, in Kolumbien getroffen. Dieses Treffen habe gezeigt, "dass Staaten weiterhin bereit und fähig sind, beim Klimaschutz zusammen zu arbeiten", so Wörner.

Gleichzeitig stehe der UN-Klimaprozess jedoch noch unter dem Eindruck eines Vertrauensverlustes zwischen den Hauptverursachern der Klimakrise und den Hauptbetroffenen auf der Weltklimakonferenz in Brasilien im vergangenen Jahr, erläuterte die Vertreterin von Misereor. Dort seien die Hauptverursacher nicht bereit gewesen, ihre Unterstützung für den Umgang mit den Klimafolgen an den jeweiligen Bedürfnissen jener Staaten auszurichten, die in besonderem Maße unter den Folgen des Klimawandels leiden.

Gerade mit Blick auf die kommende Weltklimakonferenz im türkischen Antalya erwarteten viele dieser Länder "klare Signale von Deutschland und der EU für eine verlässliche Klimafinanzierung für wirtschaftlich schwächere Länder, die schon heute massiv unter den Folgen der Klimakrise leiden", betonte Wörner. "Die geplanten Kürzungen der Klima- und Entwicklungsfinanzierung in vielen europäischen Ländern verspielen dringend benötigtes Vertrauen - gerade in einem Moment, in dem eine progressive europäische Verhandlungsposition entscheidend wäre."