Archäologische Funde an alter Pilger-Station nach Mekka
Al-Juhfah markierte seit der Frühzeit des Islam eine wichtige Grenze für Wallfahrer auf dem Weg nach Mekka. Erste Forschungen eines saudisch-britischen Teams werfen Licht auf Verbindungen bis Äthiopien.
Dschidda (KNA) Archäologische Forschungen nahe der saudi-arabischen Stadt Rabigh rund 200 Kilometer nordwestlich von Mekka haben zahlreiche Funde aus der Frühzeit des Islam zutage gebracht. Wie nationale Medien am Donnerstag meldeten, sicherten saudische und britische Wissenschaftler bei ersten Erkundungen der antiken Stätte Al-Juhfah mehr als 1.700 Artefakte wie Keramik, Glas, Perlen, Metallobjekte und andere Zeugnisse des Alltagslebens.
Zu den Entdeckungen zählen neben sechs Ton-Öfen und einem Wasserkanal auch 13 Grabsteine, von denen einige in die Zeit der Umayyaden (661-750 n. Chr.) und damit in die ersten Generationen nach Entstehung des Islam reichen. Die Funde stammten teils aus dem östlichen Mittelmeerraum, Ägypten und Äthiopien und deuteten auf einen Pilgerverkehr aus diesen Regionen.
Al-Juhfah wurde nach islamischer Überlieferung vom Propheten Mohammed als einer der fünf Grenzpunkte für die Wallfahrt nach Mekka bestimmt. Ab diesem sogenannten Miqat treten Pilger für die letzten Etappen in einen besonderen Weihezustand ein. Quellen deuten darauf hin, dass Al-Juhfah zwischen 719 und 816 n. Chr. als Pilgerstation eine Blütezeit erlebte.
