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Meldung

Sperrung von Alpenpässen für Autorallye in der Kritik

Die Wintersperre auf den letzten großen Alpenpässen in der Schweiz ist kaum beendet - da sorgt eine neuerliche Unterbrechung für Debatten. Ende Juni sollen Edelsportwagen durch die Berge rasen. Und das ganz ungestört.

Autorennen auf Alpenpässen sind nach Ansicht von Geograph Werner Bätzing aus der Zeit gefallen. "Rennsport hat im Alpenraum nichts zu suchen", sagte Bätzing in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Dafür mag es früher mal Gründe gegeben haben, als Autos ihre technische Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen mussten", so Bätzing weiter. Doch das sei längst vorbei. "Wir brauchen Signale in die andere Richtung: Entschleunigung, Verlangsamung."

Zuvor hatten Medien in der Schweiz über eine Veranstaltung namens "SOC x Classic Driver Andermatt" berichtet. "Kanton sperrt Furkapass für Superreiche" titelte etwa die Boulevardzeitung "Blick". Laut Angaben der Veranstalter führt die Alpenrallye vom 26. bis 28. Juni neben dem Furka- auch über den Oberalppass. Zugelassen auf der insgesamt rund 340 Kilometer langen Strecke sind Oldtimer und sogenannte Supersportwagen.

Normalsterbliche hätten selten die Gelegenheit, "die Haarnadelkurven und Kehren des legendären Furkapasses in den Schweizer Alpen ohne den üblichen Verkehr - inklusive Motorradfahrer, Rentner und niederländischer Wohnmobile - zu erleben", heißt es auf der Homepage von Classic Driver. Aber für die Rallye habe man die lokalen Behörden überzeugen können, "nicht nur den Furkapass, sondern auch den Oberalppass exklusiv für unsere kleine und dynamische Reisegruppe zu sperren".

Auf dem über 2.400 Meter hohen Furkapass endete die übliche Wintersperre erst vor wenigen Tagen. Die Straße gilt als eine der schönsten und spektakulärsten in den Alpen. Der Verkehr hat in den vergangenen Jahren allerdings stark zugenommen.

"Nach meinem Gefühl beschert Massentourismus in diesem Tempo wenig bleibende Eindrücke", sagte Bätzing, der wegen seiner zahlreichen Veröffentlichungen auch als "Alpenpapst" bekannt ist, der KNA. "Die Landschaft mit dieser tollen Passstraße wird 'vernutzt'. Wahrscheinlich wird man bald ernsthaft über eine Sommersperrung für den normalen Verkehr nachdenken, so wie in den Dolomiten, zumal es ja die Bahn über die Furka gibt."