Bischof Wilmer verteidigt Wechsel von Hildesheim nach Münster
Tränen im Bischofshaus und auf der Straße: Der scheidende Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer berichtet von vielen emotionalen Reaktionen auf seinen Wechsel nach Münster. Warum er den Ruf dennoch annahm.
Hildesheim (KNA) Der scheidende Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat seinen Wechsel nach Münster verteidigt. Zwar habe ihn das Domkapitel von Münster gewählt und gefragt. Aber dahinter stehe letztlich auch der Papst, sagte der katholische Geistliche am Montag bei einer Pressekonferenz in Hildesheim. "Das ist schon ein heiliger Ernst, dem ich mich nicht entziehen kann."
Zwar hätte er die Berufung ablehnen können, so der 64-Jährige weiter. "Aber ich hätte dann auch innerlich aufhören müssen als Bischof von Hildesheim." Als Bischof bitte er immer wieder Priester, Seelsorger und andere Mitarbeiter, neue Aufgaben zu übernehmen. Wer das anderen Menschen abverlange, müsse dazu auch selbst bereit sein. "Ich will morgens auch noch vernünftig in den Spiegel gucken können."
Viele Menschen im Bistum Hildesheim seien traurig über seinen Weggang, sagte Wilmer. "Es gab schon auch Tränen - im Bischofshaus und auf der Straße." Auch ihm selbst falle der Abschied schwer. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass das Bistum ohne ihn gut weiterarbeiten werde. Er habe von Beginn an auf Teamarbeit gesetzt. Das Bistum sei finanziell solide aufgestellt und habe in den vergangenen Jahren den Mut gehabt, neue Wege zu gehen.
Wilmer steht seit knapp acht Jahren an der Spitze des Bistums Hildesheim, zu dem knapp 500.000 Katholiken zwischen Harz und Nordsee gehören. Am 21. Juni wird er als neuer Bischof von Münster eingeführt. Im Februar wurde er zudem zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.
Bereits am Samstag wird Wilmer um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst im Hildesheimer Mariendom aus dem Bistum verabschiedet. Nach seiner Einschätzung dürfte die Suche nach einem Nachfolger für Hildesheim rund ein Jahr dauern.
