Weniger Zuwanderung nach Deutschland im vergangenen Jahr
Weniger Menschen aus Syrien, der Türkei und der Ukraine: Der Rückgang der Migration bei gleichzeitigem Fortzug von Menschen sorgt für eine deutlich geringere Nettozuwanderung. Innerdeutsche Umzüge verändern sich kaum.
Wiesbaden (KNA) Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen nach Deutschland eingewandert als in den Vorjahren. Rund 1,48 Millionen Menschen kamen ins Land und damit rund 210.000 (13 Prozent) weniger als 2024, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Mit Ausnahme der Jahre 2020 und 2021, als wegen der Coronapandemie weniger Menschen einwanderten, ist das der niedrigste Wert seit 2014.
Die Zahl der Fortzüge sank 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent auf 1,25 Millionen. Somit sind rund 235.000 Menschen mehr nach Deutschland zugezogen als aus dem Land fortgezogen. Die Nettozuwanderung sank damit um 45 Prozent. 2024 lag sie noch bei 430.000 Personen.
Als Grund für den deutlichen Rückgang geben die Statistiker weniger Nettozuwanderung aus den Hauptherkunftsländern von Asylsuchenden an. So sank die Differenz zwischen zu- und fortgezogenen Syrern hierzulande um zwei Drittel auf 25.000, die der Türken um 41 Prozent auf 24.000, die der Afghanen um ebenfalls 41 Prozent auf 19.000 und die der Ukrainer um 21 Prozent auf 96.000.
Auch aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nahm die Nettozuwanderung den Daten zufolge ab. Im vergangenen Jahr verließen rund 54.000 Menschen mehr Deutschland in Richtung EU-Länder als aus der EU nach Deutschland kamen. Insgesamt verließen rund 97.000 Deutsche mehr das Land als zurückkehrten, im Vorjahr lag der Wanderungsverlust noch bei 81.000 Menschen. Hauptzielländer waren laut Statistikamt die Schweiz (23.000 Fortzüge), Österreich (14.000) und Spanien (10.000).
Innerhalb Deutschlands blieb die Zahl der Umzüge über Bundeslandgrenzen nahezu konstant. Rund 996.000 Wanderungen und damit 8.000 (1 Prozent) weniger als im Vorjahr wurden registriert. Vorne liegen hier Brandenburg (plus 9.000 Personen), gefolgt von Bayern und Schleswig-Holstein (je plus 8.000). Schlusslicht ist Berlin: 12.000 Menschen mehr verließen die Hauptstadt als hinzogen. Auch Thüringen (minus 6.000) und Nordrhein-Westfalen (minus 5.000) verloren Einwohner.
