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Streit zwischen Kirche und Behörden in Rumänien

Wie "Diebe in der Nacht" sollen Behörden in Rumänien Kirchenmauern eingerissen und ein Kloster beschlagnahmt haben. Eine Zuspitzung des Streits zeichnete sich schon länger ab. Was ist passiert?

In Rumänien sorgt ein Immobilien-Streit zwischen einem Kloster und der Stadtverwaltung von Oradea für Aufsehen. Nachdem sich die Behörden der nordwestrumänischen Stadt gewaltsam Zutritt zu einem Gebäude des Prämonstratenser-Ordens verschafft haben sollen, mobilisieren laut örtlichen Medienberichten nun Bürgerinitiativen für die Kirchenleute. Die Stadtbehörden rechtfertigen ihr Vorgehen mit einem bestehenden Räumungsbeschluss gegen den zuständigen Abt Rudolf Anzelm Fejes.

Die Propstei der Prämonstratenser hatte zuvor ein Video in Sozialen Medien veröffentlicht, das eine Diskussion unter Anwesenheit von Polizeikräften zeigt. Ebenfalls in dem Clip zu sehen sind herumliegende Ziegelsteine und ein großes Loch in der Wand, über das sich die Behörden in den frühen Morgenstunden Zutritt zu der Abtei verschafft haben sollen.

Die Verantwortlichen seien "wie Diebe in der Nacht" eingedrungen, erklärte Abt Fejes gegenüber lokalen Medien. Er soll sich inzwischen nicht mehr in dem Kloster aufhalten und bezeichnete die Räumung des Kirchengebäudes als unrechtmäßig.

Hintergrund dürfte ein seit Monaten schwelender Immobilien-Streit zwischen der Verwaltung von Oradea und dem Kloster sein. Beide erheben laut Medienberichten Anspruch auf die Räumlichkeiten und eine angeschlossene Schule, die nun renoviert werden soll.

Widerstand am Vorgehen der Behörden kommt vorwiegend aus der ungarischen Volksgruppe des Landes. Der Siebenbürgisch-Ungarische Nationalrat, eine gesellschaftspolitische Minderheitenvertretung, verurteilte die "gewaltsame Besetzung" des Gebäudes. Diese erinnere an die dunkelsten Diktaturen und ihre Methoden und widerspreche europäischen Normen. Man wolle national und international mobilisieren, um der Klostergemeinschaft zu helfen.

Anfragen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) an die Klosterverwaltung und an das Bistum Oradea blieben bisher unbeantwortet.