CSU-Vize Weber fordert Social-Media-Verbot für Heranwachsende
Wie können Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besser geschützt werden. CSU-Europapolitiker Manfred Weber fordert Zugangsverbote - und stellt sich damit gegen prominente Parteifreunde.
Berlin (KNA) Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber (CSU), fordert wirkungsvolle Beschränkungen beim Social-Media-Gebrauch von Kindern und Jugendlichen. "Vieles in der heutigen Social-Media-Welt ist nicht geeignet für unsere Jugend", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag. Er unterstützte ausdrücklich die Forderung nach einem Zugangsverbot - "insbesondere zu sexualisierten und gewaltverherrlichenden Inhalten".
Weber, der auch stellvertretender CSU-Vorsitzender ist, ging damit auf Distanz zur Linie seines Parteichefs Markus Söder sowie von Innenminister Alexander Dobrindt. Beide CSU-Politiker hatten sich zuletzt sehr skeptisch zu möglichen Einschränkungen geäußert. Die Berliner Koalitionspartner CDU und SPD hingegen sind ausdrücklich dafür, das Gleiche gilt für mehrere Länder-Ministerpräsidenten.
Auf EU-Ebene will Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) in diesem Sommer einen Gesetzesvorschlag zum Thema vorlegen. Der EVP-Chef sagte dazu: "Es ist doch irre, wenn ein Zwölfjähriger bestimmte Kinofilme nicht sehen darf - sich dann aber im Internet einfach noch schlimmere Sachen anschauen kann." Es gehe darum, die Regeln der realen Welt auf die digitale zu übertragen.
Überdies brauche es bei Social Media generell die Transparenz des Algorithmus, ergänzte Weber. "Wenn der Algorithmus darüber entscheidet, wie Menschen Politik überhaupt noch wahrnehmen, dann ist das keine Business-Frage, sondern eine fundamentale Frage unserer Demokratie." Der CSU-Politiker fügte hinzu: "Niemand wird bestreiten, dass AfD-Inhalte auf der Plattform X überproportional sichtbar sind. Elon Musk war sogar zum AfD-Parteitag zugeschaltet."
Er rede noch gar nicht von Regulierung, sagte Weber. "Zunächst geht es um Transparenz, damit wir wissen, welche Kriterien über die Denkweise und Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger in unserer Gesellschaft entscheiden."
