Italiens Kirche wieder mit über einer Milliarde an Steuereinnahmen
Italiens Steuersystem ist speziell: Alle Steuerzahler müssen Geld für einen guten Zweck abzweigen - aber nicht alle geben eine Kirche als Empfänger an. Das Ergebnis der katholischen Kirche kann sich dennoch sehen lassen.
Rom (KNA) Die größte Bischofskonferenz Europas meldet wieder steigende Steuereinnahmen - zumindest in absoluten Zahlen. So erhielt die katholische Kirche in Italien im Jahr 2025 rund 1,087 Milliarden Euro aus der staatlichen Einkommenssteuer, wie die nationale Bischofskonferenz CEI am Donnerstag mitteilte.
Grundlage dafür sind die Einkommenssteuererklärungen des Jahres 2023. In den Erklärungen können die Steuerzahler wählen, welche Institution oder Vereinigung die 0,8 Prozent der Steuerschuld erhält, die für einen wohltätigen oder religiösen Zweck abgeführt werden müssen.
Noch im Vorjahr waren die Einnahmen unter eine Milliarde Euro gefallen (910 Millionen), in den Jahren zuvor hatten sie knapp über einer Milliarde gelegen. Der Anteil der Steuerzahler, die sich für die katholische Kirche als Empfänger entscheiden, erreichte allerdings im jetzt erfassten Jahr einen Tiefststand, er lag bei 67,3 Prozent (nach 69,5 Prozent im Vorjahr).
Zur Aufteilung des Geldes beschloss die CEI bei ihrer am Donnerstag beendeten Vollversammlung, 394 Millionen Euro als Gehälter und Pensionen an die Geistlichen zu überweisen. 284,5 Millionen gehen an karitative Zwecke, davon 80 Millionen in Entwicklungsländern. 4,5 Millionen Euro überwiesen die mehr als 200 italienischen Bistümer an den Vatikan. Hinzu kam die Kollekte für den "Peterspfennig" in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro.
Für "nationale kirchliche Aufgaben" setzte die Bischofskonferenz 50 Millionen Euro aus den Steuereinnahmen ein. Dazu gehören auch die katholischen Medienengagements wie die landesweite Tageszeitung "Avvenire", der Nachrichtendienst "SIR" und das Fernsehprogramm TV2000.
