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Tibetische Exilregierung bekräftigt "Mittleren Weg" des Dalai Lama

Der "Mittlere Weg" des Dalai Lama umfasst zwei zentrale Bedeutungen: die politische Strategie zur Tibet-Frage und die buddhistische Philosophie der Mitte. Beide hat die Exilregierung nun bekräftigt.

Im indischen Dharamsala ist am Mittwoch Penpa Tsering für eine zweite Amtszeit als Chef der gewählten Exilregierung Tibets vereidigt worden. Der Dalai Lama als geistliches Oberhaupt des tibetischen Buddhismus habe die Amtseinführung des Sikyong genannten Regierungschefs und seines Kabinetts mit Gebeten begleitet, heißt es auf der Website der "Zentraltibetischen Verwaltung".

In seiner Antrittsrede erklärte Tsering, seine Regierung strebe nicht nach einer völligen Unabhängigkeit Tibets von China. Sie werde stattdessen weiter die "Mittelweg-Politik" des Dalai Lama verfolgen, mithin eine umfassende Autonomie von Peking innerhalb Chinas. Die Chancen dafür schätzt der Regierungschef jedoch pessimistisch ein.

"Angesichts der aktuellen politischen Ausrichtung der chinesischen Regierung gegenüber den Nationalitäten scheint kaum Spielraum für Verhandlungen zu bestehen", sagte Tsering. Dennoch halte das 17. Kabinett unbeirrt an der "Mittelweg-Politik" fest, die eine dauerhafte Beilegung des Konflikts "auf dem Weg von Gewaltlosigkeit, Dialog und gegenseitigem Nutzen" anstrebe.

"Trotz der systematischen Bemühungen der chinesischen Regierung, die tibetische nationale Identität zu untergraben, kann China die unerschütterliche Verbundenheit des tibetischen Volkes mit seiner Heimat nicht schwächen", so der Regierungschef. Peking verurteilte die Wahl zur "Zentraltibetischen Verwaltung" im Februar als eine Farce. Die chinesische Führung hatte 2025 die verstärkte Gleichschaltung von ethnischen und religiösen Minderheiten beschlossen.

Im Oktober 1950 marschierte Chinas Armee in Tibet ein. Seitdem versucht Peking, das "Dach der Welt" immer chinesischer zu machen. Im März 1959 musste der 14. Dalai Lama im Zuge eines tibetischen Aufstands gegen die Besatzer ins indische Exil fliehen und residiert seitdem in Dharamsala.

In der heutigen "Autonomen Region Tibet", deren Grenzen nicht mehr mit dem historischen Tibet übereinstimmen, leben etwa drei Millionen Menschen auf 1,2 Millionen Quadratkilometern. Hauptstadt ist Lhasa mit 470.000 Einwohnern.