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Rekordschwimmer - Buckelwale legten über 15.000 Kilometer zurück

Buckelwale leben in allen Ozeanen. Ein Wissenschaftler-Team hat Zehntausende Bilder von Walflossen genutzt, um zwei der riesigen Meeressäuger zu identifizieren und ihre Sichtung auf beiden Seiten des Globus nachzuweisen.

Zwei Buckelwale haben rekordverdächtige Strecken von mehr als 15.000 Kilometern zwischen der Ostküste Australiens und Fortpflanzungsgebieten in Brasilien zurückgelegt. Die Ergebnisse stellten neue Rekorde für die größten jemals bestätigten Entfernungen zwischen Sichtungen einzelner Buckelwale weltweit dar, heißt es in der am Mittwoch auf der Website der australischen Griffith University veröffentlichten Studie.

Solch weite Wanderungen der bis zu 17 Meter langen Buckelwale seien äußerst selten, so die Co-Autorin der Studie, Stephanie Stack. Ein Buckelwal wurde demnach 2007 in Queensland gesichtet und erschien 2019 vor dem 14.200 Kilometer entfernten São Paulo. Ein zweiter wurde vor Bahia in Brasilien beobachtet und tauchte nach 22 Jahren in der 15.100 Kilometer entfernten australischen Hervey Bay auf. Die für ihren Gesang bekannten Buckelwale stehen seit 1966 unter weltweitem Artenschutz.

Für die Studie wertete ein internationales Wissenschaftlerteam nach eigenen Angaben mehr als 19.200 Fotos von Walflossen aus, um die beiden riesigen Meeressäuger zu identifizieren und ihre Sichtung auf beiden Seiten des Globus nachzuweisen. Die Fotos wurden demnach zwischen 1984 und 2025 in Ost-Australien und Lateinamerika von Wissenschaftlern und Bürgern gesammelt und über die globale Plattform Happywhale geteilt.

In den über vier Jahrzehnten, in denen Daten von fast 20.000 einzelnen Walen erfasst wurden, wurden laut der Studie nur zwei solcher Tiere gefunden; das entspreche lediglich 0,01 Prozent der identifizierten Individuen.

"Trotz ihrer Seltenheit sind diese Begegnungen für die langfristige Gesundheit der Walpopulationen von Bedeutung", betonte Stack und erläuterte: "Dass einzelne Tiere zwischen weit entfernten Fortpflanzungsgebieten wandern, kann dazu beitragen, die genetische Vielfalt innerhalb der Populationen zu erhalten - und möglicherweise sogar neue Gesangsstile von einer Region in eine andere zu tragen."