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Studie: Millionen Menschen in Europa ohne Zugang zum Nahverkehr

Mit dem Bus oder der Straßenbahn zur Arbeit, dem Zug zum Arzt fahren? Fehlanzeige. Selbst wenn Menschen in Europa gerne häufiger den öffentlichen Nahverkehr nutzen würden, können sie es nicht. Das zeigt eine Studie.

In Europa ist gut die Hälfte der Bevölkerung laut einer Untersuchung vom öffentlichen Nahverkehr abgeschnitten. Nach Ergebnissen der am Dienstag veröffentlichten Greenpeace-Studie "Zugang verweigert" bräuchten deshalb bis zu 19 Prozent der europäischen Bevölkerung ein Auto - obwohl der PKW-Besitz sie finanziell belaste. Durchgeführt hatte die Studie das Öko-Institut in Freiburg.

In Deutschland nutze den Angaben zufolge fast jeder Zweite (48 Prozent) nie Busse und Bahnen; nur gut jeder Zehnte (11 Prozent) fahre täglich. In anderen Ländern würden die Werte deutlich höher liegen. Grund dafür sind laut der Umweltorganisation die schlechte Anbindung vor allem im ländlichen Raum sowie die hohen Kosten.

In Deutschland sagten laut Studie mehr Menschen als in jedem anderen der untersuchten Länder, die hohen Preise würden sie von der Nutzung des ÖPNV abhalten. Es brauche deshalb ein günstiges Deutschlandticket, kombiniert mit einer Sozial-Variante und einem gezielten Nahverkehrs-Ausbau, forderte Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer. Auch könne ein Mobilitätsbudget besonders belastete Haushalte zusätzlich entlasten.