Bundesliga-Aufstieg: Pfarrer hofft auf Vorbildrolle Elversbergs
Vom Dorf in die 1. Bundesliga: Der Pfarrer von Elversberg traut dem kleinen Club eine besondere Rolle für friedliche Fußball-Fankultur zu. Und hat schon einige Ideen für eine engere Verbindung von Kirche und Fußball.
Elversberg (KNA) Mit dem Aufstieg der SV Elversberg in die 1. Bundesliga könnte der Verein nach Ansicht des örtlichen Pfarrers zum Vorbild für eine gute Fußball-Fankultur werden. "Es ist ja ein sehr kleiner Verein und die Fans zeichnen sich dadurch aus, dass sie wirklich fußballinteressiert sind, ohne Chaoten. Sie können sich jetzt einfach über alles freuen, denn schon mit dem Aufstieg haben sie so Großes erreicht", sagte Schmidt der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag. "Selbst bei Niederlagen bleibt ja die Freude, gegen einen der großen Clubs gespielt zu haben."
Außerdem habe Elversberg den Vorteil gegenüber den Traditionsvereinen, dass es keine negativen Fan-Rivalitäten mit irgendeinem anderen Verein der ersten Liga gebe: "Dafür war Elversberg bisher einfach immer zu unbedeutend", sagte der evangelische Geistliche, der selbst Fußball-Fan ist. Der saarländische Dorfverein, der zu einer 13.000 Einwohner großen Gemeinde gehört, spielt ab der kommenden Saison erstmals in der 1. Bundesliga - als kleinster Verein.
Pfarrer Schmidt hat laut eigenem Bekunden bereits verschiedene Ideen für künftige Kooperationen zwischen Kirche und Fußball: "Wir hatten schon mal einen Anlauf für ein Adventssingen im Stadion gestartet, was leider nicht geklappt hat - aber da werde ich jetzt nochmal beim Verein vorstellig."
Denkbar sei auch, bei Auswärtsspielen den Fans anzubieten, sich neben dem Spiel auch beispielsweise interessante Kirchen vor Ort anzuschauen. Zudem gebe es leerstehende Kirchenimmobilien, in denen man Einkehrmöglichkeiten für die anreisenden Fans anbieten könne. "Das ist erstmal nur so eine Idee. Aber ich glaube, da kann einiges wachsen und sich entwickeln", so Schmidt.
Zugleich hoffe er, dass der SV Elversberg der Erfolg nicht zu Kopf steige: "Vieles wird sich jetzt ja explosionsartig verändern. Allein die zusätzlichen Gelder, die der Verein jetzt bekommt, und natürlich die mediale Aufmerksamkeit." Andererseits setze er darauf, dass der Verein bei seiner guten und nachhaltigen Vereinsführung bleiben werde.
