Jeder Zehnte wohnt in überbelegter Wohnung - Ausländer häufiger
Wohnraum in Deutschland ist knapp. Deswegen leben hierzulande immer mehr Menschen in überbelegten Wohnungen. Wer davon besonders betroffen ist und wie Deutschland im EU-Vergleich dasteht.
Wiesbaden (KNA) Mehr als jeder zehnte Mensch in Deutschland hat zuletzt in einer überbelegten Wohnung gelebt. Die Überbelegungsquote betrug im vergangenen Jahr 11,7 Prozent und steigt seit 2020 (10,2 Prozent) kontinuierlich an, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Eine Wohnung gilt dann als überbelegt, wenn zum Beispiel kein Gemeinschaftsraum wie ein Wohnzimmer oder je ein Zimmer pro volljähriger Person (ausgenommen Paare) zur Verfügung steht.
Besonders betroffen sind demnach Ausländerinnen und Ausländer. Fast ein Drittel der ausländischen Bevölkerung lebt laut Statistik in überbelegten Wohnungen. Auch bei Armutsbetroffenen liegt der Anteil mit 27,4 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Unter deutschen Staatsangehörigen ab 18 Jahren liegt die Überbelegungsquote bei 6,7 Prozent.
Auch Kinder haben demnach einen Einfluss auf die Quote. Wer in einem Haushalt mit Kindern lebt, war 2025 mit 17,6 Prozent überdurchschnittlich oft von Überbelegung betroffen. Menschen in Haushalten ohne Kinder lagen mit 7,2 Prozent unter dem Durchschnitt. Während Minderjährige mit 19 Prozent überdurchschnittlich in überbelegten Wohnungen leben, sind es bei Menschen über 65 Jahre nur 3,1 Prozent.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit 11,7 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 16,8 Prozent. Besonders hoch ist die Überbelegungsquote in Rumänien (40,4 Prozent) und Lettland (38,9 Prozent). Auf Zypern (2,2 Prozent) und in den Niederlanden (4,1 Prozent) leben anteilig die wenigsten Menschen in überbelegten Wohnungen.
