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Kretschmann kann sich zeitweise Rückkehr an Schule vorstellen

Vor seiner Karriere als Politiker arbeitete Winfried Kretschmann als Lehrer. Bald endet sein Amt als Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Für die Zeit danach gibt es Pläne - und einen guten Vorsatz.

Baden-Württembergs scheidender Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann sich laut eigenem Bekunden eine zeitweilige Rückkehr ins Klassenzimmer vorstellen. "Ich glaube, dass vielen Leuten das Verständnis für Demokratie schlichtweg verloren gegangen ist. Zum Beispiel, dass es der Kern der Demokratie ist, Dinge durchzusprechen, auszuhandeln und mit dem Ergebnis auch zurechtzukommen", sagte Kretschmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Früher hätten die Menschen eine Bindung an eine Kirche, zu einem Verein gehabt, doch das nehme ab. "Aber genau an diesen Stellen lernt man unglaublich viel von diesem Kern der Demokratie", so der Grünen-Politiker. Er könne sich deswegen vorstellen, "mal zwei Stunden zu einem Oberstufenkurs Politik zu gehen und von der Demokratie zu erzählen", sagte Kretschmann, der vor seiner politischen Karriere als Lehrer tätig war.

Allerdings verfolge sein engstes Umfeld andere Pläne, vertraute der Politiker der Zeitung an. "Meine Frau hat schon ziemlich präzise Erwartungen an mich. Sie will reisen, reisen, reisen." Er selbst wäre dagegen froh, wenn er erst einmal zu Hause bleiben könne.

Fest vorgenommen habe er sich, rigoros Abstand zur Tagespolitik zu halten. "Aber ich bin ehrlich: Leicht fällt es mir nicht nach 15 Jahren. Nach so einer Zeit ist man natürlich auch ein struktureller Besserwisser. Aber ich versuche, mich zurückzuhalten", so Kretschmann, dessen Zeit als Ministerpräsident von Baden-Württemberg voraussichtlich am 12. Mai endet.