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Schauspieler Harald Krassnitzer sieht das Älterwerden positiv

Wird man im Alter gelassener, melancholischer oder ungeduldiger? Weder noch, meint Schauspieler Harald Krassnitzer. Es gebe unglaublich viel zu entdecken.

Harald Krassnitzer (65), Schauspieler, blickt positiv auf das Älterwerden. "Das ist wie damals, als die Stützräder weggefallen sind vom Fahrrad. Du musst etwas neu lernen, und das ist eine unglaublich schöne Erfahrung", sagte Krassnitzer in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Ja, ich werde keinen Dreitausender mehr besteigen, und ja, eine Weltrekordzeit beim Marathon ist auch nicht mehr drin", räumte der Schauspieler ein. "Aber es gibt so viele andere Dinge zu entdecken." Dabei fühle er sich ein bisschen an die Menschen erinnert, die im Mittelalter anfingen, den Kölner Dom zu bauen.

"Sie wussten, dass sie diese Kirche nicht fertig erleben würden", erläuterte Krassnitzer. Aber sie hätten trotzdem begonnen, hätten etwas scheinbar Widersinniges getan. "Sie bauten nicht direkt in die Höhe, sondern gruben zunächst mal fast 20 Meter in die Tiefe, um ein Fundament zu legen."

Das, so Krassnitzer, entspreche einer der letzten großen Herausforderungen, die seine Generation der Boomer nach seinem Dafürhalten anzugehen habe: "Ein Fundament zu legen, auf dem die Jüngeren sinnbildlich den Kölner Dom errichten können. Also, eine Gesellschaft, die mehr aus ihren Möglichkeiten macht."

Am 7. Mai kommt der neue Film mit Harald Krassnitzer in die Kinos. In "Der verlorene Mann" verkörpert er einen an Demenz Erkrankten.