UN-Schulen im Westjordanland streichen Unterricht aus Geldmangel
Das Palästinenser-Hilfswerk der Vereinten Nationen steht besonders seit dem Gaza-Krieg unter Druck. Jetzt legt die Organisation eine rigorose Sparrunde ein - auch beim Schulunterricht.
Ramallah (KNA) Von den Vereinten Nationen betriebene Schulen im Westjordanland verkürzen den Unterricht bis zum Schuljahresende von fünf auf vier Tage pro Woche. Grund sei eine fehlende Finanzierung, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf das Palästinenser-Hilfswerk UNRWA. Die Streichung sei Teil breiterer Maßnahmen mit dem Ziel, lebenswichtige Versorgungsleistungen aufrechterhalten zu können. So werde die Arbeitszeit aller Beschäftigten um 20 Prozent gekappt.
Das Hilfswerk UNRWA, das außer im israelisch besetzten Westjordanland unter anderem im Gazastreifen tätig ist, war nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 in die Kritik geraten. Israel sprach von einer Verstrickung der Organisation in die Angriffe und suchte deren Aktivitäten in Gebieten unter israelischer Militärbesatzung zu unterbinden, auch durch den Entzug internationaler Finanzmittel.
Auch Deutschland hatte die Zahlungen zeitweise ausgesetzt. In der Folge war beschuldigten UNRWA-Mitarbeitern mit sofortiger Wirkung gekündigt worden. Die Vereinten Nationen setzten eine externe Untersuchungskommission ein, die keine zureichenden Beweise für die erhobenen Anschuldigungen fand.
