Uni Konstanz: Mehr Homeoffice würde Spritverbrauch enorm senken
Wie können Verbraucher auf die hohen Preise an den Tankstellen reagieren? Statt staatlichen Tankrabatten lenkt eine Studie den Blick auf Wegevermeidung - durch mehr Homeoffice.
Konstanz (KNA) Ein zusätzlicher Homeoffice-Tag für alle Büro-Arbeitenden würde in Deutschland täglich 32 Millionen Liter Diesel und Benzin einsparen: Zu dieser Berechnung kommt die Universität Konstanz im Zuge ihrer neuen, am Freitag veröffentlichten Untersuchung zum Thema mobiles Arbeiten und Homeoffice.
In Bezug auf den vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen für 2024 berechneten täglichen Gesamtverbrauch von 170 Millionen Litern Kraftstoff im Personen- und Güterverkehr wäre das eine Einsparung um knapp ein Fünftel.
Die Konstanzer Wissenschaftler befragten für ihre Studie Ende März rund 1.000 Arbeitnehmer, an deren Arbeitsplatz grundsätzlich Homeoffice möglich ist. Das trifft auf geschätzte 14,8 Millionen Personen in Deutschland zu. In der Befragung gaben knapp zwei Drittel an, mit dem Auto zu fahren, also gut neun Millionen Personen. Im Schnitt legen Autopendler demnach täglich rund 48 Kilometer zurück.
Eine Mehrheit der Befragten gab an, sich einen Homeoffice-Tag mehr zu wünschen. "Damit haben wir hier ein seltenes Zusammentreffen von individuellen Wünschen, gesellschaftlichem Nutzen und betriebswirtschaftlichem Interesse", sagte Studienleiter Florian Kunze. Die Studie hat ein sehr positives Homeoffice-Bild. Demnach kann mobiles Arbeiten zu mehr Produktivität beitragen.
Laut der Befragung hat der vom US-Angriff auf den Iran ausgelöste jüngste Energiepreisschock noch nicht zu einem sehr starken Anstieg von Homeoffice geführt. Zwar gaben 62 Prozent an, wegen der hohen Spritpreise gerne mehr Homeoffice machen zu wollen; umgesetzt hätten dies aber nur etwa 20 Prozent. Als Grund vermuten die Studienautoren Einschränkungen durch die Betriebe gegen mehr mobiles Arbeiten.
Die Konstanzer Homeoffice-Studie läuft seit 2020. Bislang gab es 19 Befragungsrunden. Teilnehmen können nur Personen, an deren Arbeitsplatz Homeoffice auch möglich ist.
