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Studie: Zustimmung zu KI und Engagement gegen Fake News wachsen

Die Deutschen sind immer offener für Künstliche Intelligenz, wie der neue Bericht des Weizenbaum-Instituts zeigt. Allerdings häufen sich auch Hass- und Falschnachrichten im Netz - wogegen sich einige Nutzer wehren.

Mehr Zustimmung für Künstliche Intelligenz, häufiger Falschnachrichten im Internet und ein größeres Engagement für Demokratie - das sind die zentralen Befunde des diesjährigen Reports des Weizenbaum-Instituts, das den Bericht am Dienstag in Berlin veröffentlicht hat. Demnach bewerteten zuletzt 37 Prozent der Menschen in Deutschland die KI positiv, 2023 waren es noch 27 Prozent.

Besonders Gruppen, die KI bislang eher skeptisch betrachtet hatten, änderten ihre Meinung, wie es hieß. Das betreffe insbesondere Frauen, Menschen ab 65 Jahren sowie Menschen mit niedriger Schulbildung. Laut dem Bericht könnte eine inzwischen verbreitetere Nutzung der Technologie der Grund dafür sein. Generell offener für KI sind demnach Männer, Menschen zwischen 16 und 35 Jahren sowie Menschen mit hoher Schulbildung und hohem Einkommen.

Ein anhaltendes Problem sind laut dem Report Hass- und Falschnachrichten im Internet. Mit 47 Prozent haben mehr Personen als in den Vorjahren angegeben, innerhalb des vergangenen Jahres Fake News gesehen zu haben. In den vergangenen Berichten lag der Wert um die 40 Prozent. Zudem haben 42 Prozent mindestens einen Hasskommentar gesehen.

Parallel dazu stieg der Anteil der Menschen, die sich gegen die Verbreitung von Falschnachrichten zur Wehr setzen. Sie prüften Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt (32 Prozent), warnten andere davor (25) oder meldeten die Beiträge an die Plattformbetreiber (12).

Ebenso zugenommen haben Formen des bürgerlichen Engagements. 61 Prozent der Befragten zeigten sich im vergangenen Jahr bereit, Geld zu spenden (2024: knapp 50), während 47 Prozent Produkte im Supermarkt aus politischen Gründen gekauft oder boykottiert haben (2024: 40). Zudem haben 38 Prozent angegeben, sich ehrenamtlich zu betätigen (2024: knapp 30).

Das Weizenbaum-Institut führt seit 2019 mit der Freien Universität Berlin jährlich zwischen Oktober und Dezember eine wissenschaftliche Telefonbefragung der Bevölkerung in Deutschland zu den Themen Internetnutzung, demokratische Einstellungen und politische Partizipation durch.

Im Herbst 2025 fand diese Befragung zum siebten Mal statt. Insgesamt wurden 1.740 Personen befragt, von denen etwa 73 Prozent bereits im Vorjahr teilgenommen hatten. Das 2017 gegründete Institut wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie dem Land Berlin gefördert.