Experte: Ein gesünderer Lebensstil hilft gegen Diabetes
Mehr Sport, bessere Ernährung: Schon im Frühstadium lässt sich Diabetes-Typ-2 ausbremsen. Studien zeigen, dass Abnehmen hilfreich ist, aber nicht zwingend notwendig.
Stuttgart (KNA) Eine Änderung des Lebensstils durch gesunde Ernährung und mehr körperliche Bewegung hilft in einem frühen Stadium einer Diabetes-2-Erkrankung - mehr noch als Abnehmen. So könne nämlich der Blutzuckerspiegel schon bei Prädiabetes wieder normalisiert werden. Das berichtete der Berliner Mediziner Arvid Sandforth auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin am Montag in Stuttgart. Gewicht zu verlieren, bleibe hilfreich, sei aber nach Ausweis von Studien nicht zwingend notwendig für den Schutz vor Diabetes.
Sport und eine ausgewogene Ernährung führen nach den Forschungen des Mediziners Sandforth zu einem geringeren Anteil an Bauchfett. Das Viszeralfett umgibt die inneren Organe und setzt nach Sandforth Botenstoffe frei, die Entzündungen fördern und den Hormonhaushalt stören. Das stünde in direktem Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes.
Weil pro Jahr nach Angaben des Mediziners etwa 36 Milliarden Euro für die Behandlung der Diabetes-Erkrankung und ihrer Folgeschäden anfallen, weist für ihn Prävention ein "außergewöhnlich günstiges Kosten-Nutzen-Profil" auf.
Laut Sandforth leben in Deutschland rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes. Tendenz steigend, denn laut seinen Angaben kommen pro Jahr etwa 450 000 neue Typ-2-Diabetes-Diagnosen hinzu. Die Alterung der Gesellschaft, der Trend zur Adipositas und ein bewegungsarmer Lebensstil lassen nach Sandforth für die nahe Zukunft eine Zunahme der Erkrankungen erwarten. Zusammengenommen stehen 16 Prozent aller Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit Diabetes, so der Experte.
