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Klaviervirtuosin Scheps: Glaube und Spiritualität sind mir wichtig

Beide Eltern Pianisten: Schon mit fünf Jahren hat Olga Scheps begonnen, Klavier zu lernen. Für die international bekannte Virtuosin sind Glaube und Beten sehr wichtig. In Kirchen spielt sie besonders gern.

Für die Klaviervirtuosin Olga Scheps (40) sind Spiritualität und Religion sehr wichtig. "Ich bin gläubig. Ich glaube, dass da jemand immer auf uns schaut", sagte sie am Samstag dem Kölner Internetportal domradio.de. "Und ich finde, dass mir das auch sehr im Leben hilft."

Der Glaube unterstütze sie dabei, als freischaffende Künstlerin Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und diszipliniert zu bleiben. "Ich glaube, dass das Resultat auf der Bühne und überhaupt das Resultat von dem, was ich mache, sehr stark davon abhängt, was ich so mache, wenn ich allein bin. Ob ich da jetzt sitze und scrolle und mich selbst belüge und dabei so tue, als hätte ich geübt, oder ob ich wirklich dasitze und mich in meine Arbeit vertiefe: Das fällt mir leichter mit dem Wissen, dass jemand zusieht."

Auch das Beten hält die in Moskau geborene Pianistin für sehr wichtig. "Das ist auch etwas, was ich meinen Kindern beibringe: dass man lernt, dankbar zu sein für das, was da ist und ohnehin lernt, dankbar zu sein, auch für die Herausforderungen, die im Leben auf uns, zukommen. Das hat schon alles seinen Sinn."

Ihre klassischen Konzerte gibt die als Chopin-Interpretin bekannte Scheps sehr gern in Kirchen. "Ich habe neulich auch per Zufall eine Kirche in Frankfurt entdeckt, in der ich üben durfte. Und ich war so fasziniert einfach von dieser Stimmung in diesem Gotteshaus, von dieser Stille und der Akustik, wie der Ton getragen wird."

Auf die Frage, welche Musik sie bevorzuge, sagte Scheps, sie liebe Chopin, weil "das Klavier die Erweiterung seiner Seele" gewesen sei. "Das ist eine sehr persönliche Musik, in der er aus der Seele heraus ganz ehrlich darüber erzählt, was er fühlt. Wenn ich auf der Bühne Chopin spiele, erzähle ich, was ich fühle. Und ich fühle mich damit bei ihm besonders zu Hause."

Zugleich höre sie aber auch viel von Bach bis Tschaikowsky, aus allen möglichen Epochen. "Und ich mag sehr viele Popsongs, auch Hip-Hop, also alles wild durcheinander. Die Musik muss mich einfach ansprechen. Sie muss eine großartige Energie haben und irgendwas mit mir machen, dann interessiert sie mich."

Scheps betonte gegenüber domradio.de die Bedeutung ständigen Übens; die Fingerfertigkeit müsse immer wieder trainiert werden. "Das ist wie beim Sport: Wenn du Leistungssport machst, musst du regelmäßig trainieren, sonst hast du es nicht mehr drauf." Sie habe das Gefühl, man übe nie genug. "Zumindest hatte ich jetzt zum Beispiel einen Reisetag hinter mir. Ich habe gar nicht geübt und da schleicht sich schon das schlechte Gewissen ein."