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Kinderhilfswerk: Jedes dritte Kind lebt in Grundsicherung

Minderjährige in Deutschland sind überdurchschnittlich von Armut betroffen. Das betont das Deutsche Kinderhilfswerk und hat Forderungen.

Kinderarmut in Deutschland muss nach Ansicht des Deutschen Kindeshilfswerks entschlossener bekämpft werden. Es brauche eine zielgerichtete Gesamtstrategie, um Kindern wirklich aus der Armut zu helfen, forderte die Organisation am Freitag. Laut aktueller Berechnung beziehen knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen (32,5 Prozent) Grundsicherung - obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei rund 17 Prozent liegt.

Auch lebten mehr als 1,8 Millionen unter 18-Jährige in Bedarfsgemeinschaften und damit in Armut. Neben einer Gesamtstrategie brauche es "endlich eine Kindergrundsicherung, die ihren Namen auch wirklich verdient", sagte Anne Lütkes, Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerks.

Zusätzlich zu monetären Leistungen müsse die soziale Infrastruktur zur Unterstützung von einkommensarmen Familien und ihren Kindern gestärkt werden. Dafür müssten Bund, Länder und Kommunen zusätzliche Finanzspielräume schaffen, so Lütkes weiter. Unbürokratische Zugänge zu armutsvermeidenden Leistungen müssten ebenfalls auf der Prioritätenliste der Bundesregierung ganz oben stehen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk verwies auch auf die Europäische Kindergarantie aus dem Jahr 2021. Damit hätten sich EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, allen Kindern den Zugang zu Bildung, Betreuung, Gesundheitsversorgung, gesunder Ernährung und angemessener Wohnsituation zu gewährleisten sowie nationale Aktionspläne zur Umsetzung der Strategie zu erarbeiten.