Erstes Treffen zwischen Papst Leo und Frankreichs Präsident Macron
Sie trafen einander bereits, als Leo XIV. noch Kurienkardinal Prevost war. Nun wurde Frankreichs Präsident Macron erstmals vom seit elf Monaten amtierenden Papst empfangen. An strittigen Themen mangelte es nicht.
Vatikanstadt (KNA) Papst Leo XIV. hat am Freitag den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Audienz empfangen. Das teilte der Vatikan anschließend zunächst ohne nähere Angaben mit.
An Macrons erstem offiziellen Treffen mit dem vor gut elf Monaten gewählten Papst nahm auch Frankreichs First Lady Brigitte Macron teil. Aus dem Élysée-Palast war zuvor verlautet, Ziel der Begegnung sei, angesichts internationaler Krisen gemeinsam für den Frieden zu handeln.
Macron und seine Entourage waren am Vormittag um 10 Uhr im Vatikan eingetroffen. Bereits am Donnerstagabend hatte er die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio im römischen Stadtteil Trastevere besucht. Dort hatte er mit Sant'Egidio-Präsident Marco Impagliazzo sowie dessen Vorgänger Andrea Riccardi gesprochen, der die humanitäre Organisation 1968 gegründet hatte.
Nach deren Angaben ging es bei den Gesprächen unter anderem um den Krieg im Nahen Osten und die Rolle Europas. Macron, selbst Katholik, habe sich rund anderthalb Stunden bei Sant'Egidio sowie in der Basilika Santa Maria in Trastevere aufgehalten, wo sich die Gemeinschaft jeden Abend zum Gebet versammelt. Die Laiengemeinschaft engagiert sich weltweit in der Friedensvermittlung sowie für Migranten, obdachlose und sozial benachteiligte Menschen.
Macron und der heutige Papst sollen einander bereits bei Frankreichbesuchen von Leos Vorgänger Franziskus (2013-2025) in Marseille und Ajaccio begegnet sein. Leo XIV., damals Kardinal Robert Francis Prevost, reiste als Leiter der Bischofsbehörde mit. Bei der Einführungsmesse des gebürtigen US-Amerikaners am 18. Mai 2025 wurde Frankreich vom damaligen Premierminister François Bayrou vertreten.
Zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl gibt es auch kontroverse Themen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lebensschutz. Bei der auf Betreiben Macrons erfolgten Aufnahme des "Rechts auf Abtreibung" in die französische Verfassung oder der aktuellen Debatte über Sterbehilfe gehen die Meinungen deutlich auseinander.
Die Begegnung fand kurz vor Leos Abreise am Montag nach Algerien statt. Die frühere französische Kolonie ist die erste Station seines Afrikabesuchs vom 13. bis 23. April.
