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Meldung

Stark vom Aussterben bedroht - Klimawandel trifft Kaiserpinguine

Er ist der größte Pinguin der Welt - und durch den Klimawandel stark bedroht: Die Population des Kaiserpinguins nimmt ab. Auch weitere Tierarten in der Antarktis könnten bald aussterben.

Kaiserpinguine und Antarktische Seebären sind stark vom Aussterben bedroht. Die beiden Arten wurden auf der Roten Liste bedrohter Arten heraufgestuft, wie die International Union for Conservation of Nature (Internationale Naturschutzunion, IUCN) am Donnerstag im schweizerischen Gland mitteilte. Die Schmelze des Meereises in der Antarktis als Folge des Klimawandels werde voraussichtlich dazu führen, dass sich die Pinguinpopulation in den nächsten 60 Jahren halbieren werde.

Die Zahl der ausgewachsenen Pinguine ging von 2009 bis 2018 um rund 20.000 zurück, was etwa 10 Prozent der Gesamtpopulation entspricht. Die Werte ermittelten die Wissenschaftler durch die Auswertung von Satellitenbildern. "Kaiserpinguine sind ein Indikator, der uns Aufschluss über unsere sich wandelnde Welt gibt und darüber, wie gut wir die Treibhausgasemissionen kontrollieren, die zum Klimawandel führen", sagte Philip Trathan von der Pinguin-Fachgruppe der IUCN.

Eine zu geringe Nahrungsversorgung hat laut IUCN bereits seit dem Jahr 1999 die Bestände des Antarktischen Seebären von rund 2,2 Millionen auf etwa 950.000 im vergangenen Jahr mehr als halbiert. Auch der Südliche See-Elefant ist demnach aufgrund von Krankheiten vom Aussterben bedroht. Während der Kaiserpinguin bislang als potenziell gefährdet eingestuft wurde, galten Seebär und See-Elefant bisher als nicht gefährdet.

Der Rückgang der Bestände von Kaiserpinguinen und Antarktischen Seebären auf der Roten Liste der IUCN sei ein Weckruf, der uns die Realität des Klimawandels vor Augen führe, sagte IUCN-Generaldirektorin Grethel Aguilar. "Diese wichtigen Erkenntnisse sollten uns dazu anspornen, in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Gesellschaft entschlossen gegen den Klimawandel vorzugehen."