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Konfliktforscherin sieht iranisches Regime im Aufwind

US-Präsident Donald Trump hatte mit der Auslöschung des Iran gedroht. Stattdessen soll es nun einen Waffenstillstand geben. Was dies für das Regime im Iran bedeutet, erläutert Konfliktforscherin Sara Bazoobandi.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen sieht Konfliktforscherin Sara Bazoobandi das iranische Regime im Aufwind. Noch sei es zu früh, um die Lage nach dem Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA sowie Israel abschließend einzuschätzen, sagte Bazoobandi am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hamburg.

Sollte jedoch der Waffenstillstand halten und US-Präsident Donald Trump tatsächlich iranische Bedingungen akzeptiert haben, "wäre dies ein erheblicher Schlag für die amerikanische Abschreckungswirkung und ein bedeutender Sieg für das Regime" mit Blick auf die regionalen Machtverhältnisse, erläuterte die Wissenschaftlerin.

"Die Islamische Republik wird dieses Ergebnis gegenüber ihrem heimischen Publikum wahrscheinlich als Beweis für ihre Widerstandsfähigkeit und Stärke darstellen", so Bazoobandi weiter. "Die existenziellste Auseinandersetzung des Regimes ist jedoch nicht die mit den Vereinigten Staaten oder Israel - sondern die mit dem eigenen Volk."

Der Waffenstillstand löse die Krise im Inland nicht, fügte die Konfliktforscherin hinzu. "Solange das Regime weiterhin Dissens unterdrückt, politische Gefangene hinrichtet und seiner Bevölkerung den Zugang zum Internet verwehrt, kann es der grundlegenden Frage nach seiner Legitimität nicht entgehen." Militärisches Überleben und politische Legitimität seien nicht dasselbe. "Und kein Waffenstillstandsabkommen ändert etwas an der Lage einer Bevölkerung, die monatelang im Dunkeln gehalten wurde."

Bazoobandi lehrt und forscht am German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg sowie am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK).