Hilfswerk warnt vor Abwerbung von Gesundheitsfachkräften
Zum Weltgesundheitstag machen Hilfswerke auf Missstände weltweit aufmerksam - etwa auf fehlende Kräfte im Gesundheitswesen, wenn Deutschland sie aus ihrer Heimat abwirbt. Und auf die Lage von Migranten.
Bonn (KNA) Bis 2030 werden nach Angaben eines Hilfswerks weltweit Millionen Fachkräfte im Gesundheitswesen fehlen. Brot für die Welt nannte rund elf Millionen unter Berufung auf Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.
"Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb um medizinisches Personal - auch durch Deutschland", so das Hilfswerk anlässlich des Weltgesundheitstags (7. April). Brot für die Welt forderte die Bundesregierung auf, Gesundheitssysteme im Globalen Süden zu stärken und nicht durch Anwerbung von Fachleuten zusätzlich zu schwächen.
So müssten zum Beispiel schon jetzt Gesundheitsstationen in ländlichen Regionen wegen Personalmangels schließen. Wenn Frauen abwandern, funktionierten außerdem Versorgungsstrukturen von Familien vielfach nicht. Brot für die Welt erklärte, man sehe daher Verbesserungsbedarf bei bisherigen Abwerbeabkommen.
"Für Gesundheitssysteme wie in Kolumbien und Brasilien ist jede zusätzliche Abwerbeinitiative ein ernstzunehmendes Risiko", sagte Julia Stoffner, Referentin für internationale Gesundheitspolitik bei Brot für die Welt. Deutschland als Zielland müsse seine Politik so ausrichten, dass Partnerländer nicht geschwächt würden.
Die UN-Flüchtlingshilfe richtete ihren Blick auf Migranten. Mehrere Millionen Geflüchtete weltweit hätten nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, mit teils lebensbedrohlichen Folgen, so die Organisation in Bonn. Der humanitäre Sektor sei akut unterfinanziert, so dass manche Angebote nicht gemacht werden könnten.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) setze sich mit Regierungen und Partnerorganisationen ein für die Behandlung häufiger Krankheiten über Impfungen bis hin zu spezialisierter Versorgung, etwa bei Komplikationen während Schwangerschaften oder lebensrettenden Operationen. Hinzu kämen verstärkt Angebote zur psychischen Gesundheit.
