• Deutschland DEU
  • Buntes
  • Feiertage
  • Kirche
Meldung

Mehr als 1.000 Osterreiter in der Lausitz

Hoch zu Ross die Auferstehung Jesu verkünden: Das ist seit 500 Jahren eine Tradition in der katholisch geprägten Lausitz. Diesmal beteiligten sich mehr als 1.000 Reiter.

Mehr als 1.000 Osterreiter haben an Ostern in der katholisch geprägten Oberlausitz die Botschaft der Auferstehung Jesu Christi verkündet. Insgesamt gab es neun Prozessionen, bei denen mit schwarzem Gehrock und Zylinder gekleidete Reiter auf festlich geschmückten Pferden singend und betend in die jeweiligen Nachbarorte ritten.

Die Routen erstreckten sich im Dreieck zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda. Mehr als 400 Kreuzreiter waren zwischen Wittichenau und Ralbitz unterwegs - es handelt sich dabei um den größten Zug, der seit 1541 ohne Unterbrechung stattfindet. Weil der Pferdebestand in der Lausitz begrenzt ist, leihen sich viele Prozessionsteilnehmer für diesen Tag ihre Rösser oft von weit her aus.

Hoch zu Ross singen die Männer Kirchenlieder. Unter dem Läuten der Kirchenglocken und mit Gesang führt die Prozession von der Heimatkirche aus um die Felder bis ins nächste Dorf. Außerhalb der Ortschaften betet die Reiterschar den Rosenkranz und andere Gebete. In ihrer Prozession führen sie das Kreuz, Kirchenfahnen und die Statue des Auferstandenen mit.

Parallel fand das Ostersaatreiten in Ostritz statt. Von der Kirche Mariä Himmelfahrt aus zogen die Reiter in Frack und Zylinder über die Felder zur Zisterzienserinnen-Abtei Sankt Marienthal, wo sie den Ostersegen überbrachten. Der Ritt fand in diesem Jahr zum 397. Mal statt, wie das Bistum Dresden-Meißen berichtete.

Das Osterreiten ist ein fester Bestandteil der mehr als 500 Jahre alten katholisch-sorbischen Tradition. Die Teilnahme ist bis heute Männern vorbehalten. Ende des 15. Jahrhunderts fanden zwischen Hoyerswerda und Wittichenau erstmals katholische Oster- oder Kreuzreiter-Prozessionen statt.

Die Wurzeln dieses Brauchs reichen laut Bistum aber aller Wahrscheinlichkeit nach bis in vorchristliche Zeiten zurück. "Durch Feldumritte glaubte man, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Unter dem Einfluss des Christentums wandelten sich die Ritte dann wohl in christliche Prozessionen, die heute ein öffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben darstellen", so die Diözese.