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Initiative kürt "vergessene Nachrichten"

Einmal im Jahr veröffentlicht die Initiative Nachrichtenaufklärung die Top Ten der Themen, die in den Medien zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Ganz vorn dieses Mal: Afrika, Mikroplastik und die deutsche Bürokratie.

Der hohe Entwicklungsstand vieler Länder in Afrika führt in diesem Jahr die Rangliste der "vergessenen Nachrichten" an. Bei einer Pressekonferenz stellte die Initiative Nachrichtenaufklärung gemeinsam mit der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks zehn Themen vor, die ihrer Meinung nach im vergangenen Jahr in den deutschen Medien zu wenig Beachtung gefunden haben.

Dieses Mal beklagt die Initiative demnach vor allem den zu schlechten Ruf der Nationen auf dem afrikanischen Kontinent. Der Entwicklungsstand sei dort oftmals genauso gut wie in anderen Teilen der Welt, während die Berichterstattung ein einseitiges Bild eines armen und unterentwickelten Kontinents vermittele.

Auf Rang zwei der "vergessenen Nachrichten" platzierte die Initiative die Vergiftung von Ackerböden durch Mikroplastik. "Diese Belastung der Böden beeinträchtigt die Nahrungsmittelproduktion, den Wasserhaushalt und die Aktivität von Bodenorganismen und gefährdet langfristig auch die menschliche Nahrungskette", so die Verantwortlichen. Dennoch werde das Thema in der medialen Öffentlichkeit nur begrenzt behandelt; das sei aber auch auf den frühen Stand der Forschung und eine unbefriedigende Datenlage zurückzuführen.

Den dritten Platz belegt die deutsche Bürokratie: Wegen fehlender und uneinheitlicher Richtlinien und Überlastung scheitern der Initiative zufolge vor allem staatenlose Menschen an deutschen Behörden. Auch darüber werde in den Medien zu wenig berichtet.

Die Initiative Nachrichtenaufklärung veröffentlicht einmal im Jahr gemeinsam mit der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks eine Liste mit zehn relevanten Themen, die nach Ansicht der Verantwortlichen keine oder kaum Erwähnung in den deutschen Medien gefunden haben. Die Liste geht eigenen Angaben zufolge auf Einreichungen aus der Gesellschaft zurück, die an Universitäten geprüft werden, bevor eine Fachjury über die endgültige Liste entscheidet.