Menschenrechtler zeigen WM-Ausrichter USA die Gelbe Karte
Die Fifa scheffelt Milliarden - und die Menschenrechte drohen auf der Strecke zu bleiben. Davor warnen jedenfalls Menschenrechtler mit Blick auf die bevorstehende Fußball-WM.
Berlin (KNA) Vor der Fußball-WM warnt Amnesty International (AI) Fans vor Einschränkungen der Meinungsfreiheit vor allem in den USA. "Wer protestiert oder Kritik äußert, muss bei der Weltmeisterschaft mit Repression rechnen", sagte die AI-Generalsekretärin in Deutschland, Julia Duchrow, in Berlin. "Setzen sich die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE, die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung."
Auch in den beiden anderen Gastgeberländern sehen die Menschenrechtler Defizite. Mexiko etwa habe für die Großveranstaltung 100.000 Sicherheitskräfte mobilisiert, darunter auch Militärs. Das erhöhe Risiken für Demonstrierende. In Kanada befürchten Beobachter, dass Obdachlose vertrieben und weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
Die bisher größte Fußball-WM aller Zeiten startet am 11. Juni im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. Es nehmen Teams aus 48 Nationen teil. Drei Viertel der ursprünglich geplanten 104 Begegnungen finden in den USA statt. Aus dem Teilnehmerland Iran gibt es Ankündigungen, die WM wegen des Kriegs zu boykottieren.
Der Weltfußballverband Fifa rechnet mit Einnahmen von elf Milliarden US-Dollar (rund 9,5 Milliarden Euro). Im Vorfeld versprach die Fifa ein Turnier, bei dem sich jeder sicher und integriert fühlen und seine Rechte frei ausüben könne.
In einer neuen Studie von Amnesty heißt es dagegen unter anderem: "Obwohl Fußball in vielen Einwanderergemeinschaften in den USA zu den beliebtesten Sportarten zählt und Millionen Fans aus aller Welt anreisen, haben weder die Fifa noch die US-Behörden Garantien gegeben, dass die Menschen vor ethnischem Profiling, willkürlichen Razzien, rechtswidrigen Festnahmen und Abschiebungen geschützt sind."
