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Meldung

Schoah-Überlebende wünscht sich Einsatz von Imamen gegen Judenhass

Was tun gegen Antisemitismus? Die Schoah-Überlebende Eva Erben und der TV-Moderator Günther Jauch machen sich in einem Interview ihre Gedanken dazu.

Im Vorgehen gegen Antisemitismus sieht die Schoah-Überlebende Eva Erben auch muslimische Imame in der Pflicht. "Es wäre schön, wenn sich mehr Imame hinstellen würden, die sagen: Das geht nicht, was ihr da macht", sagte die 95-Jährige im Interview der "Jüdischen Allgemeinen" am Donnerstag. Außerdem solle man die biblischen Zehn Gebote zeitig in der Schule lehren. Insgesamt sei Wissen der einzige Weg, um Hass auf Jüdinnen und Juden zu begegnen.

"Wir haben die Maxime: Was du nicht willst, das man dir antut, das füge auch keinem anderen zu." Dies wollten viele Menschen aber nicht begreifen, sagte Erben, die im israelischen Aschkelon lebt. "Sie glauben lieber den Parolen unserer Feinde."

Nach Worten des Fernsehmoderators Günther Jauch, der mit Erben befreundet ist, ist der Antisemitismus in Deutschland stärker als er es jemals seit dem Zweiten Weltkrieg war. In den vergangenen Jahren habe sich etwas verändert, sagte Jauch in demselben Interview.

Ihn treibe um, dass Antisemitismus in Deutschland mittlerweile gleichzeitig aus unterschiedlichen Ecken komme. Da sei der Judenhass "von ganz rechts". Während früher die NPD oder die Republikaner Kleinstparteien gewesen seien, gebe es jetzt mit der AfD eine andere "Dimension des Problems".

Hinzu komme Antisemitismus aus dem linken Spektrum, der sich auch als Israel-Kritik tarne und in postkolonialistischen Debatten auftauche. Außerdem sei ein radikaler Islamismus zu beobachten. Jauch sprach in dem Zusammenhang von Staaten, "in denen der Hass auf Israel quasi Staatsräson" sei. Und: "Letzten Endes befördern die Gleichgültigen auch den Antisemitismus."