Digitalverband Bitkom fordert umgehendes Löschen von KI-Nacktbildern
Bei Gewalt im Netz durch KI-Nacktbilder steht für den Digitalverband Bitkom das Löschen der Bilder an erster Stelle. Zusätzlich sollten die Strafverfolgungsbehörden die Betroffenen umfassend unterstützen.
Berlin (KNA) Im Kampf gegen von KI generierte Nacktbilder im Netz braucht es aus Sicht des Digitalverbandes Bitkom ein schnelles Löschen und strafrechtliche Hilfe für Betroffene. "Deepfake-Pornografie ist nach dem Persönlichkeitsrecht heute bereits verboten. Es gelingt allerdings kaum, die Rechte der Betroffenen schnell und konsequent durchzusetzen", sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Für Betroffene sei es aber wichtig, dass solche Deepfakes sofort und nicht erst nach Monaten gelöscht würden. Dabei könne ein eigener Straftatbestand helfen, da er die staatliche Verfolgung stärke und die Betroffenen entlaste.
Aus Sicht von Rohleder braucht es daher einerseits schnelle und wirksame Maßnahmen wie spezialisierte, unabhängige Stellen, die illegale Inhalte melden, sowie gut ausgestattete Aufsichtsbehörden für das unmittelbare Löschen. Andererseits brauche es eine strafrechtliche Klarstellung, die die Schwere der Tat verdeutliche und die Strafverfolgungsbehörden in die Pflicht nehme. Anlass für die Debatte ist der prominente Fall von Gewalt im Netz gegen die Schauspielerin Collien Fernandes.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat vergangene Woche eine Strafverschärfung für das Erstellen und Verbreiten von durch KI generierten Nacktbildern und Pornografie angekündigt. Sie will nach Ministeriumsangaben ein entsprechendes Gesetzesvorhaben binnen kurzer Zeit auf den Weg bringen. Ziel sei, eine Lücke im Strafrecht gegen digitale Gewalt zu schließen. Die geplanten Gesetzesänderungen sollen Hubig zufolge nicht nur pornografische KI-Bilder umfassen, sondern Fakes insgesamt, die in Persönlichkeitsrechte eingreifen.
