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Archäologen in Israel finden Schleuderkugel mit eingeritzter Warnung

Schon in der Antike wollte man den Feind offenbar nicht nur körperlich treffen, sondern auch noch mit Botschaften demütigen. Zumindest deutet ein neuer archäologischer Fund im Nahen Osten auf eine solche Deutung hin.

Israelische Archäologen haben am Ostufer des See Genezareth eine etwa 2.100 Jahre alt Schleuderkugel mit dem eingeritzten griechischen Wort "lernen" gefunden. Sie wurde vermutlich im Jahr 101 vor Christus aus der griechischen Stadt Hippos oberhalb des Sees auf das angreifende Heer der Hasmonäer unter König Alexander Jannäus geschleudert, sagte der Archäologe Michael Eisenberg von der Universität Haifa am Montag der Zeitung "Times of Israel". Bei dem Stein mit den Maßen 3,2 mal 2 Zentimeter und einem Gewicht von 38 Gramm handele es sich um den ersten Fund dieser Art weltweit.

Schleudersteine seien meist schmucklos, so Eisenberg; manche hätten aber Verzierungen, etwa einen Dreizack als Symbol des Meeresgottes Poseidon, den Namen einer Stadt oder eines Feldherrn, aber auch Warnungen an den Feind. Mit dem Worten "lernen" wollte man dem Feind möglicherweise sagen, "lernt eure Lektion" oder "für nächstes Mal solltet ihr lernen, nicht hierherzukommen", deutet der Archäologe Eisenberg die Inschrift.

Alexander Jannäus (126-76 v.Chr) war hasmonäischer König von Juda und Jerusalemer Hohepriester. Er hatte sein Reich durch Eroberungsfeldzüge etwa im Gebiet des heutigen Golan - wo auch die Stadt Hippos ausgegraben wurde - und auch südlich von Beersheva vergrößert.