Amnesty will Aufklärung über US-Angriff auf Schule im Iran
Bei einem Raketenangriff auf eine Schule im Südiran sind knapp 170 Menschen getötet worden, darunter vor allem Kinder. Amnesty International fordert Aufklärung. Nutzte das US-Militär eventuell veraltete Daten?
Berlin (KNA) Der Raketenangriff mit knapp 170 Toten im Südiran muss nach Ansicht von Amnesty International umfassend aufgeklärt werden. Bei dem Beschuss einer Schule in Minab, nahe der Straße von Hormus, sind Ende Februar mindestens 168 Menschen getötet worden, darunter über 100 Kinder. "Die US-Behörden müssen unverzüglich offenlegen, wie es zu diesem dramatischen Versagen kommen konnte. Die Familien der Opfer haben ein Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung", erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Julia Duchrow, am Montag.
Eine neue Analyse der Menschenrechtsorganisation von Satellitenbildern, Videoaufnahmen und Munitionsresten vom Angriff deutet demnach darauf hin, dass die US-Luftwaffe zielgerichtet die Schule sowie weitere Ziele in Minab, die den iranischen Revolutionsgarden zuzuordnen sind, angegriffen hat. Ältere Satellitenbilder von 2013 zeigten, dass die Schule früher zu einem Komplex der Revolutionsgarden gehörte, danach jedoch davon abgetrennt wurde. Es liege deshalb der Schluss nahe, dass das US-Militär sich für seinen Angriff auf veraltete Daten gestützt habe.
Völkerrechtlich stelle die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen eines der grundlegenden Prinzipien dar, mahnt Amnesty. "Der Angriff der USA auf eine Grundschule ist eine humanitäre Katastrophe - und er war vermeidbar. Wenn über 100 Kinder in den voll besetzten Klassenräumen einer Schule getötet werden, muss es vollständige Transparenz und echte Konsequenzen geben", betonte Duchrow.
