Özdemir: Abgesang auf Klimaschutz verfrüht
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg wirbt der voraussichtliche Regierungschef Özdemir für Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies gelinge aber nur "mit der Wirtschaft und nicht gegen sie".
Stuttgart (KNA) Der wohl künftige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Cem Özdemir (Grüne), hat die Verantwortung der ganzen Gesellschaft für den Klimaschutz betont. Es sei eine der Botschaften des Wahlerfolgs der Grünen, dass der Abgesang auf Klimaschutz verfrüht sei, sagte Özdemir am Montag in Stuttgart vor der Landespressekonferenz.
Man müsse aber "Klimaschutz mit der Wirtschaft und nicht gegen sie" machen, betonte der Grünen-Politiker, der als "Realo" gilt;: "einen Klimaschutz, der nicht bürokratisch daherkommt, sondern Klimaschutz, der etwas ermöglicht" und "den Markt als Verbündeten sieht", erläuterte er. Klimaschutz sei auch nicht Aufgabe nur einer Partei. "Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Özdemir.
Laut dem vorläufigen Endergebnis haben die Grünen die baden-württembergische Landtagswahl knapp vor der CDU gewonnen - mit 30,2 zu 29,7 Prozent. Grünen-Spitzenkandidat Özdemir strebt eine grün-schwarze Regierungskoalition an. Özdemir machte vor der Landespressekonferenz deutlich, dass er sich künftig im Amt des Ministerpräsidenten sieht. "Ich will diese Regierung anführen", sagte er. Er wolle eine "Koalition der Mitte schmieden".
