Fischer: Globales Krisenmanagement für Tourismus immer wichtiger
Zahllose Reisende hat der plötzliche Beginn des Iran-Kriegs kalt erwischt. Aus Sicht von Ex-Außenminister Joschka Fischer zeigt sich nun, dass auch auf die Tourismusbranche neue Herausforderungen zukommen.
Berlin (KNA) Die militärische Eskalation im Nahen Osten mit Zehntausenden festsitzenden Urlaubern wird nach Ansicht des früheren deutschen Außenministers Joschka Fischer die Tourismusbranche grundlegend verändern. In einem zunehmend unsicheren Umfeld auf der Suche nach einer neuen Weltordnung müsse sich die globale Tourismusindustrie für künftige Krisen wappnen.
"Risikomanagement wird eine der Herausforderungen für die Industrie werden, das werden die Kunden künftig einfordern", sagte Fischer am Mittwoch bei der Internationalen Tourismus-Börse ITB in Berlin, der weltgrößten Tourismusmesse, und betonte: "Künftig müssen Sie sich auf das Schlimmste vorbereiten."
Die Golfregion als "Tankstelle der Weltwirtschaft" gehe einer unsicheren Zukunft entgegen. "Dubai wird seinen Spirit verlieren", sagte Fischer voraus. Es gelte, die globale Unsicherheit mit neuen und alten Risiken bewusst wahrzunehmen und zu antizipieren. "Das Risiko wird größer", so der frühere Außenminister vor vollem Saal.
Zur Rolle Deutschlands und der EU befragt, meinte er, dass die EU eher ein Wirtschaftsverband denn ein Machtfaktor sei. "Die EU ist nicht gemacht für Machtspiele. Sie ist keine Macht, sondern eine Union." Deutschland sei für militärische Konflikte bisher nur ungenügend gerüstet, bewege sich aber gemeinsam mit anderen europäischen Staaten in die richtige Richtung.
