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Verband fordert bessere Sprachförderung von Kita-Kindern

Viele Kleinkinder lernen im Elternhaus nicht die deutsche Sprache. In Kitas können sie das nachholen - wenn ausreichend Kapazitäten da sind.

Kita-Kinder brauchen nach Ansicht des Paritätischen Gesamtverbandes eine stärkere sprachliche Förderung. Viele Einrichtungen kennen die Bedarfe der Kinder, es fehlt aber die Zeit, sie gezielt zu unterstützen, wie der Verband am Dienstag in Berlin erklärte. Er berief sich auf eine Umfrage unter mehr als 3.200 Kitas.

Über 92 Prozent der Kindertageseinrichtungen betreuen demnach Kinder, die zu Hause vorrangig eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Mehrsprachigkeit sei damit kein Randphänomen, sondern Alltag in nahezu allen Einrichtungen. Doch nur 36 Prozent geben laut Umfrage an, dass sie diese sprachliche Vielfalt auch gezielt fördern können. Weniger als die Hälfte der Einrichtungen traue sich überhaupt zu, die Sprachentwicklung mehrsprachig aufwachsender Kinder kompetent einzuschätzen.

Der Verband forderte eine dauerhafte Bundesbeteiligung an den Kosten für eine gute sprachliche Bildung in Kitas. Einrichtungen mit vielen Kindern, die von Benachteiligung bedroht seien, benötigten deutlich mehr zeitliche Ressourcen für sprachliche Bildung. Zudem müssten Materialien und Konzepte bereitgestellt werden, die Mehrsprachigkeit systematisch in den Kita-Alltag einbauten. Dafür brauche es bessere Voraussetzungen, damit Fachkräfte ihre Arbeit machen könnten, forderte der Verband.

Der Bund förderte von 2016 bis Mitte 2023 die sprachliche Bildung als Teil der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung. Die Sprach-Kitas gingen anschließend in die Verantwortung der Länder über.