59 Prozent nutzen Soziale Medien - Anteil nur in Italien niedriger
Über Social-Media-Verbote für alle unter 16 wird heftig diskutiert. Doch wie sieht es über 16 aus? Neue Zahlen zeigen einen Anstieg der Nutzung in allen Altersgruppen. EU-weit liegt Deutschland aber weit hinten.
Wiesbaden (KNA) Instagram, Facebook, Tiktok, X und Co. - knapp sechs von zehn Menschen in Deutschland zwischen 16 und 74 Jahren nutzen privat aktiv Soziale Medien. Der Anteil sei dabei in den letzten fünf Jahren in allen Altersgruppen deutlich gestiegen, berichtete das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden - von 47 Prozent 2021 auf jetzt 59 Prozent. Im EU-Vergleich liege Deutschland dabei aber weit hinten; nur in Italien würden Soziale Medien weniger genutzt.
Zur privaten Nutzung Sozialer Medien zählt das Amt beispielsweise das Erstellen eines eigenen Accounts auf einer entsprechenden Plattform, das Erstellen eigener Beiträge oder die Interaktion mit anderen Nutzenden. Die Nutzung von Messenger-Diensten wie Whatsapp, Signal oder Threema wird nicht dazugezählt.
"Je jünger die Menschen sind, desto eher nutzen sie aktiv soziale Medien", heißt es weiter. Am höchsten war der Anteil im Jahr 2025 demnach bei den 16- bis 24-Jährigen mit 85 Prozent. Bei den 25- bis 34-Jährigen betrug er 81 Prozent, bei den 35- bis 44-Jährigen 72 Prozent, bei den 65- bis 74-Jährigen nur 25 Prozent. Doch auch hier sei der Anteil deutlich gestiegen, denn 2021 habe er noch bei 15 Prozent gelegen. Kinder und Jugendliche unter 16 sind in der Statistik nicht erfasst. Über deren Social-Media-Nutzung und ein mögliches Verbot wird zurzeit heftig diskutiert.
Im Vergleich mit den anderen EU-Staaten liegt Deutschland mit dem Anteil von 59 Prozent auf dem vorletzten Platz vor Italien (56 Prozent). Der Durchschnitt lag EU-weit bei 67 Prozent und war in allen Altersgruppen höher als hierzulande. Spitzenreiter waren Dänemark (90 Prozent), Zypern (87 Prozent) und Malta (82 Prozent).
