Aufsässige Nonnen in Spanien suchen neue Bleibe - Räumung steht bevor
Der "Aufstand der Schoko-Nonnen" im spanischen Kloster Belorado sorgte 2024 international für Schlagzeilen. Es folgte ein langwieriger Rechtsstreit mit der Kirche. Doch nun ist die Entscheidung gefallen.
Madrid (KNA) Der bizarre Streit zwischen katholischer Kirche und einer Gruppe abtrünniger Ordensfrauen in Spanien endet unversöhnlich. Nachdem das Provinzgericht in Burgos kürzlich ein Räumungsurteil für das Kloster Belorado bestätigte, suchen die sieben verbliebenen Ex-Klarissen nach einem neuen Domizil.
In einer im Internet veröffentlichten Erklärung heißt es: "Bedroht von der bevorstehenden Zwangsräumung bitten die Nonnen von Belorado um Hilfe, damit sie ihre Berufung nicht aufgeben müssen." Sie durchlebten derzeit einen der schwierigsten und dramatischsten Momente ihrer Geschichte, seien an den Pranger gestellt, erniedrigt, beschuldigt und verfolgt worden. Und das nur, weil sie an das eigene Lebensprojekt geglaubt hätten.
Angesichts dieser Situation sei das Online-Projekt queremosunconvento.com (Wir wollen ein Kloster) ins Leben gerufen worden - ein "Solidaritätsaufruf an alle Spanier". Gesucht werde ein Haus, ein ehemaliges Kloster oder ein beliebiger Raum, der als neue Unterkunft für die Gemeinschaft dienen könne. Es gehe um "einen würdevollen Ausweg aus einer ungerechten Situation". Laut spanischen Medienberichten soll es bereits erste Angebote geben.
Mit dem unfreiwilligen Auszug endet ein Streit, der die Kirche in Spanien seit fast zwei Jahren erschüttert und immer wieder für Schlagzeilen und Fassungslosigkeit sorgt. Die für ihre Süßigkeiten-Manufaktur in Belorado bekannten Ordensfrauen hatten sich im Mai 2024 von der Amtskirche losgesagt. In einem aufsehenerregenden TV-Interview erklärten sie damals: Sie hätten nicht aus einer Laune heraus gehandelt. Vielmehr sei es in den vergangenen Jahren mit Blick auf den vatikanischen Reformkurs zu einer schleichenden Entfremdung gekommen. "Von der katholischen Kirche ist kaum noch etwas übrig - jetzt steht nicht mehr Gott, sondern der Mensch im Mittelpunkt", klagte eine der Schwestern. Eine andere fügte hinzu: "Wir erkennen den Vatikan nicht an - es ist eine Farce."
Nachdem zahlreiche Vermittlungsversuche gescheitert waren, wurden die rebellischen Schwestern im Juni 2024 exkommuniziert, also offiziell aus der Kirche sowie aus ihrem Orden ausgeschlossen. Weil sie sich selbst freiwillig losgesagt hätten, hätten sie keinen Anspruch mehr auf den Verbleib im Kloster oder auf dessen Vermögen, erklärte das zuständige Erzbistum Burgos. Das juristische Tauziehen zog sich jedoch in die Länge - bis zur kürzlich erfolgten Gerichtsentscheidung.
