Mental gesund in der digitalen Welt - Expertin: Souverän offline sein
Wenn man sich in Sozialen Medien verbeißt, kommt man manchmal nur mit Mühe zurück ins Analoge. Expertinnen werben für mehr Balance zwischen beiden Welten - und erklären, was es für mentale Gesundheit braucht.
Bonn (KNA) Das Social-Media-Verhalten spiegelt nach Worten einer Digitalphilosophin eine Gesellschaft, in der sich viele Menschen unverbunden fühlen. Wenn ein Mensch allgemein unsicher gebunden sei, lasse er sich oft stärker von Themen in Sozialen Medien triggern, sagte Sabria David am Montagabend in Bonn. Öffentliche Orte, an denen man sich in der analogen Welt regelmäßig begegnet sei, fehlten dort zunehmend - sie seien ins Internet gewandert.
Die Digitalphilosophin verwies auf den Charakter guter Bindungen im zwischenmenschlichen Bereich: sich aufeinander einlassen, aber auch wieder entziehen. Ähnlich sei es auch im Digitalen: Es sei wichtig, immer wieder bewusst und souverän zwischen "An und Aus" zu wechseln, gut online, aber auch offline zu sein.
"Sei du selbst" - das ist nach Worten der Psychologin Stephanie Braun essenziell für mentale Gesundheit im digitalen Zeitalter. Es sei wichtig, eigene Stärken, Bedürfnisse und Herausforderungen zu kennen. Zur mentalen Gesundheit gehörten unterschiedliche Faktoren, etwa Beziehungen zu anderen Menschen, Status, Bildung, Lebenserfahrung und körperliche Gesundheit.
Hilfreich sei, sich immer wieder zu fragen, was man brauche oder vielleicht verändern wolle für eine neue Lebensetappe. Eine große Bedeutung komme auch der Erholung zu. Braun empfahl, hierfür zum Beispiel das Gegenteil von dem zu tun, was man ohnehin schon den ganzen Tag mache.
Die Expertinnen äußerten sich in der Veranstaltungsreihe "Socialbar Bonn". Sie wird von Engagement Global unterstützt und fand am Montagabend erstmals beim Medienunternehmen PubliKath statt.
