Verbraucherservice warnt vor KI-Ernährungstipps
Besser essen mit der KI? Laut Verbraucherservice Bayern sind KI-Empfehlungen für gesunde Ernährung bisweilen fehlerhaft. Vor allem bestimmte Gruppen sollten sich lieber auf Fachstellen verlassen.
München (KNA) Ernährungstipps, die von Künstlicher Intelligenz (KI) kommen, können fehlerhaft sein: Darauf weist der Verbraucherservice Bayern hin. Das gelte besonders für vulnerable Gruppen wie Schwangere, Stillende, Menschen mit Erkrankungen und Allergien, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. Im Zweifelsfall solle man auf verlässliche und evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen von Fachgesellschaften und staatlichen Institutionen setzen oder sich Unterstützung bei qualifizierten Ernährungsfachkräften holen.
Grundsätzlich seien KI-Chatbots eine niederschwellige und jederzeit zugängliche Möglichkeit, sich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen, heißt es. Allerdings erstellten sie ihre Antworten auf Basis großer Datenmengen. Ob diese aktuell oder richtig seien, lasse sich nicht systematisch überprüfen. Um Wissenslücken zu schließen, erfänden die Chatbots bisweilen Antworten hinzu.
Daher solle man deren Tipps immer kritisch hinterfragen, so die Mitteilung. "Von KI generierte Speisepläne sind meist einfach aufgebaut und orientieren sich an aktuellen Ernährungstrends. Entsprechend ist der Eiweißgehalt häufig überdurchschnittlich hoch, während Kohlenhydrate und die Gesamtenergiezufuhr eher zu gering ausfallen. Positiv zu bewerten ist der ausreichende Ballaststoffgehalt."
Bei Mikronährstoffen wie Calcium, Eisen, Vitamin D und Fluorid gebe es jedoch Mängel. Bei Schwangeren fehlten in den KI-Empfehlungen zusätzlich oft ausreichende Mengen an Jod und Folat. "Auch allgemeine Fragen zum Konsum von Alkohol, Kaffee oder Sushi während der Schwangerschaft beantworten die KI-Tools nicht immer korrekt. Ebenso werden Allergien oder der Wunsch nach einer veganen Lebensmittelauswahl von Chatbots teilweise nicht berücksichtigt."
Der Verbraucherservice Bayern ist laut eigenen Angaben eine unabhängige und staatlich geförderte Einrichtung des Katholischen Deutschen Frauenbunds. Der Verband hat im Freistaat 15 Beratungsstellen.
