Bischof Overbeck rechnet mit Ja aus Rom zu neuem Kirchengremium
Seit Jahren ringen der deutsche Synodale Weg und der Vatikan um ein neues kirchliches Leitungsgremium. In ihm sollen Bischöfe und Laien gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen. Ein Ja aus Rom scheint nun in Reichweite.
Stuttgart (KNA) Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck geht davon aus, dass der Vatikan einem neuen kirchlichen Beratungsgremium in Deutschland seine Zustimmung geben wird. Der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Overbeck am Freitag in Stuttgart: "Ich bin zuversichtlich, dass Rom die Satzung der künftigen Synodalkonferenz für die Kirche in Deutschland genehmigen wird." Ohne die Billigung der Satzung durch den Vatikan hätte das neue Gremium keinen kirchenrechtlichen Status.
Overbeck kündigte an, er werde in wenigen Wochen nach Rom reisen, um die Anerkennung des Gremiums "Synodalkonferenz" in einem abschließenden Klärungsgespräch vorzubereiten. Am Vorabend hatte der Bischof bei der in Stuttgart tagenden Vollversammlung des Synodalen Wegs über zahlreiche Abstimmungsversuche berichtet, die es dazu in den vergangenen Jahren gegeben habe. "Rom war zu jedem Zeitpunkt auf dem Laufenden über das geplante Gremium", so der Bischof, der im Auftrag der katholischen Deutschen Bischofskonferenz die Verhandlungen führte.
Er betonte, im Vatikan seien im Laufe der Gespräche eine "neue Offenheit und ein neues Vertrauen" für das deutsche Reformprojekt Synodaler Weg gewachsen. Dazu hätten neben persönlichen Treffen in Rom auch mehrere Videokonferenzen und Briefe beigetragen. In Rom sei der oberste vatikanische Kirchenrechts-Experte, Erzbischof Filippo Iannone, der stetige Ansprechpartner gewesen. Iannone wurde am 26. September von Papst Leo XIV. zum Präfekten des Bischofsdikasteriums ernannt und bleibt auch in dieser Funktion ein wichtiger Ansprechpartner für die Deutschen.
Zuletzt, so Overbeck, habe der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing (Limburg) noch Mitte Januar in einem Brief an Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin das Vorhaben ein weiteres Mal erläutert. Parolin hatte in einigen Gesprächen und Schreiben betont, dass ein neues Entscheidungsgremium nicht die hierarchische Struktur der katholischen Kirche in Frage stellen dürfe.
