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Archivare warnen vor Geschichtsverfälschung durch KI

Schockierende Holocaustbilder verbreiten sich über soziale Medien. Aber sind sie auch echt? Der deutsche Archivarverband warnt vor KI-generierten Fälschungen und betont dagegen die Wichtigkeit seiner eigenen Arbeit.

KI-generierte Bilder können aus Sicht des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung von Geschichte in Deutschland haben. "Wir erleben eine Krise der Authentizität, die das Fundament unserer Erinnerungskultur bedroht", erklärte der Verbandsvorsitzende Michael Ruprecht am Donnerstag. Die Verbreitung von mutmaßlich echten, aber eigentlich mit KI verfälschten Bildern verändere die Sehgewohnheiten und führe dazu, dass auch echte historische Aufnahmen zunehmend in ihrer Authentizität angezweifelt würden.

Besonders in Bezug auf die Verbrechen der NS-Zeit sei das bedrohlich, so Ruprecht. "KI-generierte Holocaust-Fälschungen markieren einen Wendepunkt." Die Echtheit von Fotos könne heutzutage nicht mehr vorausgesetzt werden. Der Verbandsvorsitzende verweist vor diesem Hintergrund auf die Bedeutung der Archivarbeit. "Wir bewahren nicht nur Bilder, sondern auch deren Kontext und Herkunft." Archive arbeiteten zudem nur mit Bildern, deren Authentizität auch zweifelsfrei nachgewiesen werden könne.