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Wirtschaft und Wohlfahrt rufen zum Schutz von Bargeld auf

Beim Bäcker oder auf dem Flohmarkt - Bargeld ermöglicht Miteinander und soziale Teilhabe. Gleichzeitig wird es schwieriger, an Bargeld zu kommen und damit zu zahlen. Ein breites Bündnis fordert dafür ein neues Gesetz.

Der Zugang zu Bargeld und dessen Akzeptanz als Zahlungsmittel sollen aus Sicht von Wirtschafts-, Verbraucher- und Sozialverbänden in Deutschland gesetzlich geschützt werden. Durch ein solches Gesetz könne sichergestellt werden, dass die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, mit welchem Mittel sie zahlen wollen, auch weiterhin bestehen bleibe, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Appell des Organisationsbündnisses.

Bargeld sei für die Gesellschaft unverzichtbar, argumentieren die Unterzeichner. Als einfaches Zahlungsmittel könne es von allen benutzt werden, unabhängig von digitalen Fähigkeiten oder dem Besitz eines Bankkontos. Das sei gerade für Menschen in prekären Lebensverhältnissen, wie Obdachlose, wichtig. Zudem sei es für nachbarschaftliche Aktionen wie Flohmärkte und Kuchenstände praktisch das einzig mögliche Zahlungsmittel. Anders als digitale Zahlungsmittel sei es zudem auch krisenfest, da es unabhängig von Stromausfällen oder Cyberattacken genutzt werden könne.

Gleichzeitig würden jedoch immer mehr Banken ihre Filialen schließen und Geldautomaten abbauen, wodurch die Verfügbarkeit von Bargeld abnehme. Zudem lehnten immer mehr Geschäfte Bargeldzahlungen ab. "Eine Gesellschaft ohne Bargeld schließt nicht nur Menschen aus, sondern ist verwundbar", so der Appell. "Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er oder sie bar zahlen möchte oder muss."

Zu den Unterzeichnern gehören den Angaben zufolge mehrere Sozial- und Wohlfahrtsverbände, darunter Caritas, Diakonie und AWO, die Verbraucherzentrale Bundesverband, sowie aus der Wirtschaft der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und der Deutsche Schaustellerbund.