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Krebshilfe fördert zwei neue Lehrstühle für Pflege von Krebspatienten

Krebspatienten zu pflegen, wird immer herausfordernder: neue Behandlungsverfahren, mehr Patienten, Unterstützung für Angehörige. Die Krebshilfe will die Pflege deshalb verbessern - und fördert zwei neue Professuren.

Krebspatienten in Deutschland sollen künftig eine bessere Pflege erhalten. Die Deutsche Krebshilfe fördert deshalb den Aufbau von zwei Pflegeprofessuren in Halle (Saale) und Freiburg. Dazu stellt sie über fünf Jahre drei Millionen Euro zur Verfügung, wie die Stiftung am Mittwoch im Vorfeld des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilte.

In Lehre und Forschung zur Pflege von Krebspatienten hinke Deutschland anderen Ländern hinterher, heißt es zur Begründung. Dabei würden die Anforderungen an das Pflegepersonal durch komplexere Therapien immer höher. Gleichzeitig stiegen die Patientenzahlen, und es mangele an Fachkräften. Mit Hilfe der beiden neuen Lehrstühle sollten deshalb Forschung, Lehre und Versorgung der onkologischen Pflege nachhaltig gestärkt werden; etwa durch die Einrichtung von speziellen Master-Studiengängen.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Die Deutsche Krebshilfe erläuterte, dass sich bei der Versorgung von Krebspatienten ganz neue Möglichkeiten ergeben hätten. Mit molekularer Diagnostik und modernen Bildgebungsverfahren könnten Tumore genauestens analysiert werden.

Zusätzlich zu Operation, Chemo- und Strahlentherapie kämen unterschiedliche personalisierte Behandlungen sowie eine Vielzahl an unterstützenden Methoden zur Anwendung, so die Krebshilfe. "Dabei muss das Pflegepersonal einen Überblick über all diese Verfahren, ihre medizinischen Hintergründe und mögliche Nebenwirkungen behalten." Auch sei es wichtig, dass Pflegekräfte die Patienten psychologisch unterstützen und auch die Angehörigen begleiten könnten.

In Ländern wie der Schweiz oder Frankreich gibt es laut Deutscher Krebshilfe bereits speziell qualifizierte Pflegeexperten in der Onkologie. Sie hätten eine Zusatzausbildung durchlaufen oder einen Studiengang absolviert.

In Deutschland bestünden zwar vereinzelte Initiativen in diese Richtung. "Allerdings sind im internationalen Vergleich akademische Ausbildungen in der Pflege - und damit verbunden auch die onkologische Pflegeforschung - hierzulande eher unterentwickelt", sagt die Pflegewissenschaftlerin Christel Bienstein als Mitinitiatorin der beiden Stiftungsprofessuren.

"Diese beiden Professuren für onkologische Pflege sind in Deutschland bisher einzigartig", so Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Wichtig sei dabei auch, "eine angemessene Wertschätzung für den Pflegeberuf zu schaffen, dem eine essenzielle Rolle in der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten zukommt".