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Studie: Zuckersteuer hat positive Effekte für Kinder und Jugendliche

Die Deutschen mögen es süß. Doch angesichts des hohen Zuckerkonsums wird immer wieder eine Steuer zur Debatte gestellt. Eine Studie hat die Effekte untersucht. Nicht für alle scheint die Steuer etwas zu bringen.

Eine "Softdrinksteuer" hat einer Studie zufolge positive Effekte für Kinder und Jugendliche. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung am Mittwoch. Bei Erwachsenen scheint es indes unterschiedliche Ergebnisse zu den Effekten einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke zu geben. So prognostizieren Simulationsstudien erhebliche langfristige Verbesserungen, etwa mit Blick auf Fettleibigkeit oder Karies.

Beobachtungsstudien aus den rund 100 Ländern, die bereits eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt haben, finden aber nur zum Teil messbare Effekte, andere Studien keine oder nur geringe. Einigen Studien zufolge sind die positiven gesundheitlichen Effekte vor allem in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu erwarten. Andererseits belaste eine höhere Steuer diese Haushalte auch relativ stark. Grundsätzlich, so die Einschätzung der Studienautoren, sei eine Zuckersteuer ein Eingriff in die Konsumentscheidung. Daher sei es wichtig, den Nutzen von Alternativen wie mehr Aufklärung und einer besseren Kennzeichnung zu prüfen.

Der Zuckerkonsum in Deutschland liegt deutlich über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese empfiehlt für Erwachsene maximal 25 bis 50 Gramm freien Zucker pro Tag. Im Durchschnitt konsumieren Männer in Deutschland täglich 78 Gramm und Frauen 61 Gramm freien Zucker.

Deutschland braucht nach Ansicht der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina eine Strategie gegen die zunehmende Fettleibigkeit der Bevölkerung. Ein Element sei eine höhere Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel. Starkes Übergewicht könne nicht nur Folgeerkrankungen auslösen, etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern verursache auch gesellschaftliche Kosten von etwa 113 Milliarden Euro im Jahr. Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, befürwortet eine Steuer auf Zucker.