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Psychologin: Ältere Menschen bedauern fehlende Partnerschaft

Singles zahlen einen Preis für ihre Freiheit: Bei Krankheit und im Alter wächst die Reue über fehlende Partnerschaft, beobachtet eine Psychologin. Warum Freunde partnerschaftliche Nähe nicht ersetzen können.

Späte Erkenntnis bei Singles: Besonders bei Krankheit oder im höheren Alter bedauerten es Menschen, keinen Partner zu haben, erklärt die Berner Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Die neuen Freiheiten haben ihren Preis", sagte die Entwicklungspsychologin. Single und alleinlebend zu sein, erlaube zwar Freiheiten bei der Lebensgestaltung - diese sei aber mit dem Risiko von Einsamkeit verbunden.

Deshalb sorgten viele vor: "Wahlverwandtschaften werden zunehmend wichtiger", Freunde träten an die Stelle von Verwandten, beobachtet Perrig-Chiello. Das zeige sich auch im Bestreben, Nichtverwandte juristisch als Angehörige anzuerkennen. Ein tragfähiger Freundeskreis könne im Alter durchaus hilfreich sein, ersetze aber keine Liebesbeziehung. Zudem müsse er gepflegt werden und sei keine Garantie für Hilfe und Unterstützung.

Die meisten Menschen - egal ob jung oder alt - wünschen sich laut der Expertin eine enge, intime Beziehung. Partnerschaften trügen nachweislich zur körperlichen und psychischen Gesundheit bei. Zudem vermittelten sie ein Zugehörigkeitsgefühl und das Wissen um gegenseitige Unterstützung. Deshalb hätten die meisten Menschen nach dem Ende einer Beziehung oder dem Tod des geliebten Menschen nach einer gewissen Zeit wieder den Wunsch nach einer Partnerschaft.

Frauen und Männer verarbeiteten partnerschaftliche Brüche und Verluste aber unterschiedlich. Männer hielten Einsamkeit schlechter aus als Frauen. Sie seien meist auch weit weniger sozial eingebunden als Frauen und hätten kleinere Netzwerke. Dies sei ein Hauptgrund dafür, "dass sie schnell wieder eine Partnerschaft eingehen".