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Religionsbeauftragter: Iran muss Religionsfreiheit garantieren

Worte zum Weltreligionstag mit klarer Botschaft: Der Religionsbeauftragte der Bundesregierung kritisiert Irans Umgang mit Gläubigen. Vor allem die Lage der Bahai macht ihm Sorgen.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), fordert den Iran auf, die Menschenrechte einzuhalten und das Recht auf Religionsfreiheit zu garantieren. Am Weltreligionstag seien seine Gedanken bei allen, die im Iran aufgrund ihres Glaubens unterdrückt und verfolgt würden, schrieb er in den sozialen Medien.

"In den letzten Wochen haben mutige Menschen in Iran von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch gemacht", fügte er hinzu. Vor allem die Bahai-Gemeinde werde immer stärker verfolgt - durch Razzien, Verhaftungen und teils jahrelange Haftstrafen. Rachel erklärte weiter: "Ich rufe die Islamische Republik dazu auf, die Verfolgung der Bahai, Christen und anderer Minderheiten zu beenden und Religionsfreiheit in Iran für alle zu garantieren."

Der Weltreligionstag wurde 1950 als Aktionstag von der Nationalen Geistlichen Versammlung der Bahai der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen. Er wird immer am dritten Sonntag im Januar begangen und soll die Gemeinsamkeiten der Weltreligionen in den Mittelpunkt stellen und Werte wie Respekt und Toleranz fördern.

Die Bahai-Religion wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Persien gestiftet. Das Bahaitum, aus dem schiitischen Islam hervorgegangen, versteht sich als jüngste monotheistische Offenbarungsreligion und vertritt die Idee der Einheit der Menschheit. Alleinvertretungs- und Absolutheitsansprüche werden abgelehnt. Aufgabe der Religionen in der heutigen Zeit sei es, Frieden und Verständigung zu stiften. Heute zählt die Gemeinschaft rund sechs Millionen Anhänger weltweit. In ihrem Ursprungsland Iran bilden die Bahai die größte religiöse Minderheit, die dort seit 1983 als Religionsgemeinschaft verboten ist.